# taz.de -- Workshop der taz Panter Stiftung: Gemeinsam diskutieren, voneinander lernen
       
       > Im Projekt Green Panter Amazonia der taz Panter Stiftung kamen
       > Journalist:innen aus Lateinamerika in Berlin zusammen, um sich zu
       > vernetzen und über die Klimakrise in Amazonien zu berichten.
       
 (IMG) Bild: Großes Amazonien-Treffen: Journalist:innen aus acht Ländern Lateinamerikas für eine Woche in der taz
       
       [1][taz Panter Stiftung] | Freitagabend, Berlin-Kreuzberg. Den Abschluss
       einer intensiven Woche feiern wir auf dem Rio-Reiser-Platz. Aus kleinen
       Boxen dröhnen Cumbia- und Baile-Funk-Rhythmen. Es ist das Ende unseres
       Projekts [2][Green Panter Amazonia], für das wir lange gearbeitet haben.
       Wir – das sind Niklas Franzen, freier Journalist, und Ole Schulz von der
       taz Panter Stiftung. Und weil es um Lateinamerika ging, durfte natürlich
       die Musik nicht fehlen.
       
       In den vergangenen Monaten gab es mehrere Online-Veranstaltungen, etwa zu
       internationalen Konzernen im Amazonasgebiet, organisiertem Verbrechen und
       zu Umweltrassismus. Hinzu kamen praxisnahe Seminare – zur Auswertung von
       Satellitenbildern, zum konstruktiven Journalismus, zur
       Klimaberichterstattung für Social Media und zur mentalen Gesundheit im
       Journalismus.
       
       Online-Formate sind eine gute Möglichkeit, sich über Grenzen hinweg
       kennenzulernen und zu vernetzen – aber kein Ersatz für persönliche
       Begegnungen. Deshalb sind im September 2025 zehn Journalist*innen aus acht
       Ländern Lateinamerikas nach Berlin gereist, um gemeinsam zu diskutieren, zu
       schreiben, voneinander und von anderen Expert:innen zu lernen. Eine volle
       Woche liegt hinter uns: mit Besuchen bei Stiftungen und im Auswärtigen Amt,
       Gesprächen mit Klimaaktivist:innen und -journalist:innen, taz-Genoss:innen
       und Workshops in der taz-Redaktion.
       
       Was fast alle Teilnehmenden eint – und sie mit vielen Kolleg:innen in
       Deutschland verbindet: Sie stehen unter Druck. Die Angriffe auf
       Journalist:innen nehmen zu – digital, aber auch physisch. Wer in
       Lateinamerika über Umweltverbrechen berichtet, legt sich oft mit
       einflussreichen Kräften an: Goldsucher, Holzfäller, Landräuber – sie
       zerstören den Regenwald für wirtschaftlichen Profit.
       
       Auch die Klimakrise ist immer spürbarer. Dürren, Waldbrände,
       Überschwemmungen. Und obwohl im brasilianischen Teil des Amazonasgebiets
       die Abholzung aktuell zurückgeht, schreitet die Zerstörung insgesamt weiter
       voran – teils noch beschleunigt durch die Leugnung der Klimakrise und
       politische Interessen.
       
       Was wir gelernt haben: Der Amazonas gehört nicht einem Land allein. Alle
       Anrainerstaaten haben Anteil mit jeweils eigenen Herausforderungen,
       Sprachen und Realitäten. Unser Seminar war ebenso vielfältig: ein
       sprachlich und thematisch bunter Mix.
       
       Dabei ging es auch immer wieder um uns selbst. Denn ohne die globale
       Nachfrage nach billigen Rohstoffen und Agrarprodukten wäre die Situation im
       Amazonas anders. Doch allzu selten fällt das Schlaglicht auf diese
       internationalen Zusammenhänge. Deshalb ist es entscheidend, Kolleg*innen
       von beiden Kontinenten zusammenzubringen.
       
       Die Journalist:innen aus Lateinamerika berichten von lokalen Initiativen,
       die sich für Umweltschutz einsetzen und bewaffneten Eindringlingen
       entgegenstellen, von Indigenen, die ihr Recht einfordern, und von
       Kooperativen, die im Regenwald nachhaltig produzieren. Doch weil weder die
       Entwaldung noch internationale Konzerne und die Organisierte Kriminalität
       vor Grenzen halt machen, haben unsere Kolleg:innen vor, die Entwicklungen
       in Amazonien künftig gemeinsam länderübergreifend zu beleuchten.
       
       Aus dem Projekt sind bereits zahlreiche Artikel und eine Beilage in der taz
       entstanden. Auf dem Online-Schwerpunkt [3][„Amazonien im Fokus“] sind ihre
       Texte zu lesen. Es gab auch eine [4][öffentliche Veranstaltung mit fast 100
       Gästen in der taz Kantine], und ein gemeinsamer Podcast mit unseren
       brasilianischen Kolleg:innen wird noch veröffentlicht.
       
       Viele von unseren Teilnehmer:innen werden sich bald wiedersehen – auf der
       UN-Klimakonferenz COP30, die im November in der Amazonas-Metropole Belém
       stattfindet. Und einige der Kolleg:innen werden Sie sicher bald in der taz
       wiederlesen. Seien Sie gespannt!
       
       1 Oct 2025
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [4] https://www.youtube.com/watch?v=Chu-r4xcxCM
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Niklas Franzen
 (DIR) Ole Schulz
       
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