# taz.de -- Millionen für Wohnraum
> Der Senat will den Kauf von Wohnungen mit Millionen fördern. Profitieren
> sollen davon nur wenige Familien
Von Gabrielle Meton
Der Haushaltsentwurf für 2026/27 sieht Förderungen in Höhe von 17 Millionen
Euro jährlich für den Kauf von Wohnraum vor. Von den Gelder sollen jedoch
nur 41 Familien profitieren. Das ergab eine Antwort des Senats auf eine
Anfrage der Linken und Grünen im Abgeordnetenhaus. Die Zuschüsse sollen in
Form von Darlehen der landeseigenen Investitionsbank Berlin (IBB) an
Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen vergeben werden. Das
entspricht einem Nettoeinkommen von maximal 43.160 Euro im Jahr für einen
Haushalt mit einem Kind bzw. maximal 82.420 Euro für einen Haushalt mit
drei Kindern.
„Ich halte das für einen absoluten Wahnsinn“, kritisiert der
mietenpolitische Sprecher der Linken, Niklas Schenker. „Ich gönne wirklich
jedem in Berlin den Wohneigentum, aber das ist für die große Mehrheit der
Menschen einfach nicht erschwinglich“, sagt er. Nach welchen Kriterien die
geförderten Haushalte ausgewählt werden sollen, muss der Senat noch
festlegen. Für Schenker könnte dies entweder zu einer „Lotterie“ oder zu
nicht beanspruchten Fördermitteln führen, da es für die betroffenen
Familien weiterhin „unrealistisch“ und „unfinanzierbar“ sei. Die Linke
sieht vor allem beim Thema überhöhte Mieten Handlungsbedarf. 60.000 Fälle
von überhöhten Mieten wurden bereits von der im Dezember 2024 von der
Partei ins Leben gerufenen Mietwucher-App erfasst.In der Sitzung des
Stadtentwicklungsausschusses sei am Montag laut Schenker die Finanzierung
der Mietprüfstelle des Senats in Höhe von zusätzlich 50.000 Euro pro Jahr
geplant worden. Das sind „340-mal weniger“ als die Förderung für
Wohneigentum, rechnet Schenker vor. Das Geld sei in Begrenzung der Mieten
für den sozialen Wohnungsbau und Genossenschaftswohnungen besser
investiert, so die Opposition.
Im Ausschuss wurde auch die Frage der Gebäudekäufe lang debattiert. Die CDU
wollte die Förderung zunächst nur für Neubauten gelten lassen. Die SPD
setzte schließlich den Erwerb leer stehender und bereits von den Haushalten
gemieteten Wohnungen mit den Fördermitteln durch. Damit soll die
Eigentumsbedarfkündigung verhindert und das Angebot erweitert werden, da
diese Gebäude günstiger sind.
Die Opposition hält die Ausweitung auf Leerstand für „gefährlich“. Dies
könne einen Anreiz für Menschen darstellen, Eigentümer ihrer Wohnung zu
werden und eine neue zu mieten, während sie weiterhin die Subventionen
erhalten, so Schenker.
In mehreren anderen Bundesländern wurden bereits ähnliche Maßnahmen zur
Förderung des Wohnbesitzes eingeführt. Die CDU fordert diese Förderungen
seit Langem mit der Begründung, dass sie Familien langfristig an Kieze
binden und diese stabilisieren würden. Ein ähnliches Programm war bereits
für den Haushalt 2024/25 vorgesehen, konnte jedoch wegen mangelnder
Finanzierung nicht umgesetzt werden.
15 Oct 2025
## AUTOREN
(DIR) Gabrielle Meton
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