# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn Sportler zu wenig Franzbrötchen essen
       
       Die Franzbrötchen bei unserem Bäcker sind sehr gut. Nicht nur irgendwie
       gut, sondern weich und knusprig und duftig und zimtig zugleich. Dass also
       an einem Samstagmorgen viele Menschen vor dem Laden stehen, ist nicht so
       besonders, die Schlange ist immer lang. „Gibt’s hier was umsonst?“, fragen
       manchmal Witzbolde.
       
       Diesmal aber ist es eine Menschenmenge, die hier steht, die Leute haben
       alle Sportkleidung an, einer hält ein Megafon. „Und … die nächste Gruppe!“,
       ein Trupp löst sich und geht auf die andere Straßenseite. „Und auf die
       Plätze … fertig … Franz!“ Sie laufen los.
       
       Was ist das? Rätselraten bei der normalen Samstagmorgenkundschaft. „Es ist
       wohl eine Demo für Franzbrötchen.“ – „Aber wozu?“ Man wolle, sagt der Mann
       mit dem Megafon, in Hamburg einen Feiertag ausrufen, „um das Franzbrötchen
       zu ehren“. Der 4. Oktober soll es werden, wegen Franz von Assisi, das ist
       sein Namenstag.
       
       Draußen ist ein Tisch mit Franzbrötchen für die Läufer*innen aufgebaut,
       als die letzten weg sind, kommt die Verkäuferin mit einer Platte rein, sie
       ist noch voll. „Das ist alles noch übrig“, sagt sie und schüttelt den Kopf.
       Daniel Wiese
       
       13 Sep 2025
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Daniel Wiese
       
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