# taz.de -- Machtkampf mit Notenbank: Trump will Fed-Gouverneurin feuern
       
       > Seit Monaten liefert sich US-Präsident Trump eine Keilerei mit der
       > US-Notenbank, weil er Zinssenkungen will. Jetzt will er Vorständin Lisa
       > Cook entlassen.
       
 (IMG) Bild: Fed-Vorständin Lisa Cook im August 2025: hat nicht die Absicht, sich zum Rücktritt drängen zu lassen
       
       Washington afp/dpa | US-Präsident Donald Trump hat die Entlassung der
       Fed-Gouverneurin Lisa Cook wegen angeblichen Hypothekenbetrugs „mit
       sofortiger Wirkung“ angeordnet. „Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass
       ausreichende Gründe vorliegen, Sie aus Ihrem Amt zu entlassen“, schrieb
       Trump in einem Brief an die Gouverneurin der US-Notenbank am Montag
       (Ortszeit). Der US-Präsident hatte [1][im Ringen um einen Zinsschnitt
       zuletzt den Druck auf die Zentralbank Federal Reserve (Fed) verstärkt] und
       Cook zum Rücktritt aufgerufen.
       
       Am Mittwoch hatte der Präsident in seinem Onlinedienst Truth Social bereits
       gefordert: „Cook muss zurücktreten, jetzt!!!“. Dazu teilte Trump einen
       Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, demzufolge ein Trump-Verbündeter
       Cook dubiose Immobilienkredite unterstellt.
       
       Ein Präsident kann per Gesetz Zentralbank-Gouverneure nur entlassen, wenn
       es hinreichende Gründe gibt. Cook machte deutlich, dass sie um ihren Posten
       kämpfen will. „Der Präsident gab an, mich ‚mit Gründen‘ zu feuern, während
       rechtlich keine Gründe existieren – und er keine Vollmachten hat, dies zu
       tun“, hieß es in einer Stellungnahme ihrer Anwaltsfirma, die unter anderem
       der Finanzdienst Bloomberg und die Website Axios verbreiteten. Sie werde
       weiter ihr Amt ausüben. Cook kann vor Gericht die Wiederherstellung ihres
       Mandats beantragen.
       
       Cook gehörte dem siebenköpfigen Gouverneursrat der Fed seit Mai 2022 an.
       Sie war die erste schwarze Frau auf diesem Posten und wurde von Trumps
       Vorgänger Joe Biden ernannt.
       
       ## Warren: „autoritärer Machtgriff“
       
       Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren bezeichnete Trumps Vorstoß als
       „autoritären Machtgriff, der einen eklatanten Verstoß gegen den Federal
       Reserve Act darstellt“. Die Entscheidung müsse vor Gericht rückgängig
       gemacht werden, forderte Warren.
       
       Trump verwies auf den von ihm ernannten Chef der US-Behörde für
       Wohnungsbaufinanzierung (FHFA), Bill Pulte. Dieser hatte laut Bloomberg vom
       US-Justizministerium eine Untersuchung von Cooks Immobilienkrediten
       verlangt.
       
       Cook soll demnach in Hypothekenverträgen „falsche Angaben“ gemacht haben,
       unter anderem, indem sie zwei Hauptwohnsitze angab, einen in Michigan und
       einen in Georgia.
       
       ## Trump will Senkung des Leitzinses
       
       Der US-Präsident ist bemüht, Parteigänger in der Fed zu installieren, um
       die von ihm geforderte Leitzinssenkung herbeizuführen. Trump begründet
       seine Forderung mit günstigeren Immobilienkrediten für US-Bürger. Ein
       niedrigerer Leitzins würde aber zugleich die Zinslast auf die überbordenden
       US-Staatsschulden senken.
       
       Seit Monaten pocht Trump auf eine Senkung des Leitzinses – vergeblich. Der
       Notenbank-Rat zögert angesichts von Inflationssorgen auch wegen Trumps
       Importzöllen. [2][Forderungen Trumps an den Chef der US-Notenbank, Jerome
       Powell, zurückzutreten, blieben erfolglos]. Und seinen Drohungen, ihn
       notfalls zu feuern, folgten bislang keine Taten.
       
       26 Aug 2025
       
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