# taz.de -- Supercup der Frauen-Bundesliga: Bayern so top wie noch nie
> Das Duell zwischen dem Meister Bayern München und Herausforderer VfL
> Wolfsburg lässt erahnen, wie langweilig die Bundesliga werden könnte.
(IMG) Bild: Die lange verletzte Lena Oberdorf darf für den FC Bayern den ersten Pokal heben
Die Kanonen mit Konfetti warteten in Karlsruhe noch auf den Startschuss,
als etwas überraschend [1][Lena Oberdorf] bei der Siegerehrung nach vorne
trat. Die Trophäe für den Supercup – erst im Vorjahr neu erschaffen –
sollte bitte die Starspielerin empfangen, die so lange verletzt gewesen
war.
„Ich bin gar kein Typ für den Mittelpunkt, um den Pokal zu übernehmen“,
deshalb sei sie auch schnell wieder nach hinten getreten. Gleichwohl: Gegen
die „schöne Wertschätzung“ hatte die 23-Jährige nach dem souveränen Triumph
des [2][FC Bayern] gegen den [3][VfL Wolfsburg] (4:2) natürlich nichts ein
einzuwenden.
Auch der Applaus der 16.933 Zuschauer berührte sie tief: „Das sind
natürlich die Momente, wofür man dann als Sportler irgendwie auch lebt und
wofür man dann nachher auch alles gibt, was man sich jeden Tag irgendwie
auch vorstellt.“ Die Mittelfeldspielerin weiß nach ihrer komplizierten
Knieverletzung wohl selbst am besten, dass die Rückkehr zu alter
Leistungsstärke Geduld erfordert. „Ich bin happy, dass alles gehalten hat
und ich fit im Training bin.“
## Erst bei 60, 70 Prozent Leistungsstärke
Dass sich auf dem Bayern-Campus der beste Kader sammelt, auch der neue
Coach José Barcala keinerlei Druck ausübt, sondern sich zuvorderst über die
Rückkehr einer „fantastischen Spielerin“ freut, sollte helfen.
Bei ihrem halbstündigen Einsatz holte sie einen Elfmeter raus, den Georgia
Stanway verwandelte (78.), nachdem zuvor Magdalena Eriksson (18.), Jovana
Damnjanovic (25.) und Lea Schüller (72.) sehenswerte Treffer für Bayern
erzielt hatten, der doch erst bei „60, 70 Prozent“ der Leistungsstärke
steht, wie Laura Dallmann verriet.
Die viel zu zaghaften „Wölfinnen“, bei denen auch [4][Alexandra Popp] bloß
noch eine Mitläuferin war, betrieben durch Vivien Endemann (58.) und Janina
Minge (88./Foulelfmeter) nur Ergebniskosmetik.
Die Indizien für einen Durchmarsch der Münchnerinnen sind erdrückend, zumal
DFB-Wortführerin [5][Giulia Gwinn] und FCB-Kapitänin Glodis Viggosdottir
noch fehlten und Klara Bühl, Pernille Harder und eben Oberdorf anfangs
draußen saßen. „Das liest sich schon gut, wer bei Bayern reingekommen ist.
Das ist schon eine Hausnummer“, sagte Wolfsburgs Trainer [6][Stephan
Lerch], der keine spannende Bundesliga-Saison versprechen kann: „Der FC
Bayern hat enorme Voraussetzungen. Das wird schwer dranzubleiben.“
31 Aug 2025
## LINKS
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## AUTOREN
(DIR) Frank Hellmann
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