# taz.de -- IS-Anhänger in Syrien: Dutzende Familien verlassen berüchtigtes Lager al-Hol
       
       > Syrische Angehörige von Kämpfern des „Islamischen Staats“ kehren aus dem
       > kurdisch betreuten Lager al-Hol in ihre Heimatorte zurück. Ausländer
       > müssen weiter im Lager verbleiben.
       
 (IMG) Bild: Eine Frau zwischen den Zelten des Al-Hol-Camps, Nordostsyrien
       
       Damaskus dpa | Dutzende Familien haben das berüchtigte Lager al-Hol im
       Nordosten Syriens verlassen, wo vor allem Angehörige von Kämpfern der
       Terrormiliz Islamischer Staat (IS) untergebracht sind. Etwa 130 Syrer seien
       in ihre Heimatorte in den Provinzen [1][Aleppo, Idlib] und Rakka
       [2][zurückgekehrt], wie die Leitung des Lagers und kurdische Quellen
       bestätigten.
       
       „Dies sind ärztliche Fälle, die im Norden und Osten Syriens nicht behandelt
       werden können“, sagte [3][Dschihan Hanan, Direktorin des Lagers], der
       Deutschen-Presseagentur dpa. Es handle sich um Syrer mit chronischen
       Krankheiten und deren Angehörige.
       
       Im Lager al-Hol sind etwa 28.000 Flüchtlinge und Angehörige von IS-Kämpfern
       untergebracht, vor allem Syrer und Iraker, aber auch ein Dutzend Deutsche.
       Die meisten Bewohner sind Frauen und Kinder.
       
       Die Regierung in Damaskus hatte sich im Mai mit den kurdischen Milizen, die
       das Lager kontrollieren, auf die Rückführung der Familien von
       IS-Angehörigen geeinigt. Hanan sprach von einem „humanitären Transfer“, der
       mit dem UN-Flüchtlingswerk UNHCR und dem US-Außenministerium koordiniert
       sei. Die USA bekämpften mit Hilfe der Kurdenmilizen in Syrien und dem Irak
       den IS, der dort einst große Gebiete beherrschte.
       
       Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, die Familien
       würden auf mögliche extremistische Aktivitäten überprüft. Erst dann würden
       sie das Lager verlassen und an ihre Heimatorte überstellt.
       
       Die Zustände in dem Lager nahe der syrisch-irakischen Grenze sind Berichten
       zufolge katastrophal, es fehlt an Essen, Wasser, ärztlicher Versorgung und
       Zugang zu sanitären Anlagen. Hilfsorganisationen zufolge gleicht das Lager
       einem Gefängnis, in dem viele Kinder und Frauen ständiger [4][Gewalt und
       der Ideologie des IS] ausgesetzt seien.
       
       31 Jul 2025
       
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