# taz.de -- Zinssenkung der EZB: Bankkonto lohnt weniger
       
       > Die Europäische Zentralbank senkt erneut die Leitzinsen. Damit will sie
       > Investitionen erleichtern. Für Sparer wird es unattraktiver, Geld
       > anzulegen.
       
 (IMG) Bild: Kein Grund das Sparschwein am Leben zu lassen: die Finanzpolitik der EZB
       
       Berlin taz | Sparer*innen müssen sich nach der erneuten Leitzinssenkung
       der [1][Europäischen Zentralbank (EZB)] auf weiter sinkende Erträge für
       Tages- und Festgeld einstellen. „Solange die EZB ihren aktuellen
       Zinssenkungskurs fortsetzt, dürfte es auch mit den Sparzinsen weiter nach
       unten gehen“, prognostiziert Oliver Maier, Geschäftsführer des
       Vergleichsportals Verivox Finanzvergleich GmbH. „Das gilt insbesondere für
       kurzfristige und täglich fällige Sparanlagen.“
       
       Am Donnerstag senkte die EZB zum [2][achten Mal seit Sommer 2024] die
       Leitzinsen im Euroraum. Der für Sparer und Banken relevante Einlagenzins
       wurde dabei von 2,25 Prozent auf 2,0 Prozent herabgesetzt. Zudem setzen die
       Euro-Währungshüter den Zins weiter herunter, zu dem sich Geschäftsbanken
       frisches Geld bei der Notenbank besorgen können: Statt 2,4 Prozent werden
       nun 2,15 Prozent fällig. Im Juli wird die EZB laut Analyst*innen die
       Zinsen nicht weiter senken.
       
       Aktuell bringen bundesweit verfügbare Festgeldangebote mit 2 Jahren
       Laufzeit für Sparer*innen laut Verivox durchschnittlich 2,0 Prozent
       Zinsen. Auf dem Höhepunkt im November 2023 waren es noch 3,39 Prozent. Beim
       einjährigen Festgeld fielen die Zinsen mit im Schnitt 1,97 Prozent erstmals
       seit Februar 2023 wieder unter die Zwei-Prozent-Marke. Die Tagesgeldzinsen
       sind der Auswertung zufolge von 1,75 Prozent im März 2024 auf inzwischen
       1,27 Prozent geschrumpft. Die Durchschnittszinsen beim Tagesgeld fielen
       allein seit Februar um 0,29 Prozentpunkte.
       
       ## Unsicherheit durch Zollstreit
       
       Bei den Sparkassen und regionalen Genossenschaftsbanken lag der Zins häufig
       noch deutlich darunter. Sparkassenkunden und -kundinnen bekamen im Schnitt
       0,44 Prozent, bei den regionalen Genossenschaftsbanken lag der Schnitt mit
       0,46 Prozent nur geringfügig darüber.
       
       Der EZB-Kurs ist ein Problem für viele private Haushalte: Ein Drittel ihres
       Geldvermögens, also Bargeld und schnell zugängliche Sichteinlagen, verliert
       damit tendenziell an Wert. Im Mai lag die Inflation in der Eurozone bei 1,9
       Prozent.
       
       Für Firmen oder Häuslebauer zum Beispiel wird es dagegen billiger, sich für
       Investitionen Geld zu leihen – das kann die Konjunktur ankurbeln. Darauf
       hofft die EZB. [3][Der Zollstreit mit den USA belastet die Konjunktur.]
       Allein die Unsicherheit ist Gift, betonte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos
       in einem Interview. Dennoch blieben die Währungshüter bei ihrer Prognose
       von 0,9 Prozent Wachstum in der Eurozone in diesem Jahr. Für 2026 erwartet
       die EZB einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,1 Prozent. Im März
       war die Prognose mit 1,2 Prozent noch etwas optimistischer. (mit dpa)
       
       5 Jun 2025
       
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