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       1 Obelix ist ein Täter
       
       Geht es in Frankreich um Gérard Depardieu, gehen die Meinungen auseinander.
       Präsident Emmanuel Macron bezeichnete ihn vor nicht allzu langer Zeit noch
       als „riesigen Schauspieler“. Er selbst sei ein „großer Bewunderer“. Das
       Pariser Strafgericht ist da anderer Auffassung – und verurteilte Depardieu
       jetzt in einem ersten Fall wegen sexueller Gewalt zu [1][18 Monaten Haft
       auf Bewährung]. Es will ihn zudem in das Register für Sexualstraftäter
       aufnehmen. Rund 20 Frauen, darunter die Schauspielerin Charlotte Arnould,
       eine Regieassistentin und eine Bühnenbildnerin, werfen ihm Übergriffe bis
       hin zur Vergewaltigung vor. Und er? Hält sich für unschuldig, kündigt
       Berufung an und sagt: „Ich bin nur ein Mann …“ Letzteres wagt wohl niemand
       zu bestreiten.
       
       2Nadja war mehr als nur „Naddel“
       
       Manchmal nagt das Patriarchat schleichend an Menschen, so lange, bis sie
       verschwunden sind. Nadja Abd el Farrag, die in den 1990er Jahren als
       „Naddel“ an der Seite von Dieter Bohlen bekannt wurde, ist gestorben,
       offiziell an den Folgen einer Alkoholkrankheit. Was die Obduktion nicht
       erkennt, ist [2][das toxische System, das Frauen auf Äußerlichkeiten
       reduziert, auf ihren Beziehungsstatus, auf ihr Scheitern]. Abd el Farrag
       geriet früh in dieses System: Mit Mitte 20 ging die angehende
       Apothekenhelferin als Backgroundsängerin mit Bohlen auf Tour, angeblich
       ohne dafür bezahlt zu werden. Jahrzehntelang wurde sie von der Presse als
       Betrogene, als „Zicken- und Nackt-Naddel“ oder Reality-Opfer
       ausgeschlachtet. Dem Patriarchat hat’s geschmeckt.
       
       3 Salt Lake City ist bunt
       
       Während Unternehmen, Politiker*innen und sogar Unis angesichts der
       queerfeindlichen Politik der US-Regierung einknicken, setzt die Hauptstadt
       des Bundesstaats Utah ein Zeichen. Kurz vor Inkrafttreten eines Gesetzes,
       das das Zeigen von Pride-Flaggen auf öffentlichen Gebäuden verbietet,
       erklärte Bürgermeisterin [3][Erin Mendenhall kurzerhand drei Fahnen zu
       offiziellen Stadtsymbolen]: dieRegenbogenflagge, die Transflagge und eine
       antirassistische Juneteenth-Flagge. Jeweils mit einer Lilie versehen, dem
       Emblem der Stadt.
       
       4Kopenhagen macht Dampf
       
       Auch europäische Städte zeigen, dass es anders geht. Kopenhagen etwa will
       zur klimafreundlichsten Hauptstadt der Welt werden und setzt auf weniger
       Autos, mehr Fahrräder und saubere Busse. Wer mit dem Nachtzug statt dem
       Billigflieger anreist, bekommt jetzt sogar Gutscheine für Cafés, Museen
       oder Yogastunden. Statt viel zu reisen, sollen Besucher*innen länger
       bleiben, heißt es in einer Erklärung. So schön kann Verzicht sein!
       
       5 König Peter sitzt im Knast
       
       Peter Fitzek hatte eine eigene Verfassung, Währung und Justiz – der selbst
       ernannte „König von Deutschland“ konnte sich kaum über Einschränkungen
       beklagen. [4][Nun wurde seine Organisation als kriminelle Vereinigung
       eingestuft] und er selbst auf einem Gutshof bei Dresden festgenommen – ohne
       Widerstand. Majestäten bittet man offenbar lieber höflich mitzukommen.
       (kafe)
       
       17 May 2025
       
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