# taz.de -- 30 Jahre LE MONDE diplomatique auf Deutsch: Über den Tellerrand hinauskommen
       
       > taz-Ikone Konny Gellenbeck verrät das Erfolgsrezept, wie LE MONDE
       > diplomatique zur taz kam und was die Monatszeitung bis heute auszeichnet.
       
 (IMG) Bild: Einst über den Dächern Kreuzbergs: die legendäre alte Leuchtreklame von LE MONDE diplomatique hängt heute wettergeschützt im Speisesaal der taz Kantine
       
       [1][Aus der taz] | Bei der taz brauchte es schon immer nur drei Schritte,
       um ein Projekt erfolgreich auf den Weg zu bringen:
       
       Alles fängt natürlich damit an, dass jemand eine gute Idee hat. Im Falle
       der deutschen Ausgabe von Le Monde diplomatique [2][war der Ideengeber
       Thomas Schmid]. Der langjährige Auslandsredakteur war zu diesem Zeitpunkt
       Vorstandsmitglied der taz.
       
       ## Zweiter Schritt: Geld
       
       Ideenreichtum ist eine der wenigen Ressourcen, an denen es der taz nie
       mangelte. Der wichtige zweite Schritt ist deshalb das liebe Geld: Ohne eine
       Vorfinanzierung kann die beste Idee nicht zu einem Vorhaben werden.
       
       Die Idee, eine deutsche Ausgabe von Le Monde diplomatique zu entwickeln,
       konnte vor 30 Jahren – einer Zeit der besonders leeren taz-Kassen – nur auf
       den Weg gebracht werden, weil sich die [3][taz Genossenschaft] eine kleine
       Vorfinanzierung aus den Mitgliederbeiträgen genehmigte.
       
       ## Dritter Schritt: Kolleg:innen
       
       Aber von Geld allein ist der Erfolg nicht abhängig. Es braucht auch –
       Schritt drei – Kolleg:innen, die das Projekt zu ihrer Sache machen und
       gestalten. Das muss nicht unbedingt der oder die Ideengeber:in sein. Im
       Fall LMd waren es in den Anfangsjahren zwei starke Frauen, die geschätzten
       Kolleg:innen Marie Luise Knott und Barbara Bauer.
       
       Zuerst gab es nicht mehr als einen Schreibtisch im Kabuff neben der
       Chefredaktion, dann ein Eckzimmer unterm Dach im Altbau, schließlich zwei
       Räume gegenüber in der taz-Dependance in der Charlottenstraße. Und seit
       2018 sitzt die LMd-Redaktion im taz Neubau in der Friedrichstraße 21.
       
       Als kleines Experiment gestartet, wurde LMd ein publizistisches Projekt,
       das seiner Zeit oft voraus war.
       
       ## Was LMd noch leistet
       
       Von Ausgabe zu Ausgabe wurde auch der LMd-Kosmos größer. Die [4][Atlanten
       der Globalisierung], die seit 2003 hinzukamen, brachten schließlich auch
       noch ordentlich Geld (siehe Schritt 2) in die taz-Kassen.
       
       Heute arbeitet ein Team unter der Leitung von Dorothee D’Aprile an der
       monatlichen Ausgabe, die heute wie damals entweder [5][eigenständig
       abonniert] oder von den [6][Abonnent:innen der taz] kostenlos gelesen
       werden kann.
       
       Die langen Expertentexte mit ihrem klaren linken Standpunkt sind für mich
       und viele tausend Leser:innen eine große Bereicherung. Nach der Lektüre
       bin ich grundsätzlich informierter und oft auch klüger.
       
       ## Hilfe, um Konflikte zu verstehen
       
       Und die seit 2007 zweimal im Jahr erscheinenden [7][LMd-Editionen] liebe
       ich geradezu – ob ich mit den Augen auf den Buchstaben nach Indien reise
       oder noch mehr über die USA und Trump erfahre –, obwohl ich schon so viel
       dazu gelesen habe.
       
       Die Konflikte brechen ja immer wieder auf, und so kann es nie schaden, auch
       ältere Themenhefte noch einmal zur Hand zu nehmen: Ich empfehle die
       [8][Israel-Palästina-Edition] von 2017, die [9][Türkei-Edition] von 2023
       und die [10][Afghanistan-Edition] von 2015.
       
       Besonders erfreulich ist es, wenn ein Projekt, das mit so viel Herzblut auf
       den Weg gebracht wurde, auch noch viele zahlende Leser:innen findet.
       
       Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten. 
       
       Und in der digitalen Zukunft: Fundiertes Wissen ist die Grundvoraussetzung
       für Veränderung. Ihr und eure Arbeit werdet gebraucht!
       
       🐾 Konny Gellenbeck, taz-Ikone, ist Mitbegrüdnerin der taz Genossenschaft
       und der taz Panter Stiftung.
       
       🐾 Wie der damalige taz-Auslandsredakteur Thomas Schmid die Gründung der
       deutschen Ausgabe von LE MONDE diplomatique erlebte und mit anschob,
       [11][lesen Sie hier].
       
       16 May 2025
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [10] https://monde-diplomatique.de/product_info.php?products_id=243943
 (DIR) [11] /!vn6084259/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Konny Gellenbeck
       
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