# taz.de -- Machtkampf im Thüringer BSW: Co-Chef Schütz verzichtet auf Kandidatur
       
       > Seit Wochen wird zwischen Berlin und Erfurt über die Neubesetzung der
       > Thüringer BSW-Spitze gestritten. Nun gibt es ein Kompromissangebot.
       
 (IMG) Bild: Thüringens Digitalminister Steffen Schütz (BSW) will sein Parteiamt auf Landesebene abgeben
       
       Erfurt dpa | Im Machtkampf um die Parteispitze des Thüringer BSW ist der
       Weg für einen Kompromiss frei. Der Thüringer Co-Vorsitzende Steffen Schütz
       kündigte an, dass er auf einem Parteitag des Bündnisses Sahra Wagenknecht
       am Samstag in Gera nicht erneut für den Landesvorsitz kandidiert. Er
       bestätigte damit Medienberichte. Schütz ist auch Minister für Digitales und
       Infrastruktur.
       
       Schütz begründete seien seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur für das
       Amt mit der schwierigen Lage der Partei. „Das Projekt BSW erfordert
       manchmal, dass man zurücksteckt“, sagte Schütz der Deutschen Presse-Agentur
       in Erfurt. Ihm gehe es bei seiner Entscheidung um die Stabilität der
       Partei, die in Thüringen zusammen mit CDU und SPD die Regierung bildet.
       
       In den vergangenen Wochen hatte sich der Streit um die Besetzung der
       Thüringer Parteispitze vor allem mit Mitgliedern des BSW-Bundesvorstandes
       zugespitzt. Der [1][pragmatische Kurs von Schütz und der Landesvorsitzenden
       Katja Wolf] wird von einigen in der Bundespartei, aber auch Kritikern in
       Thüringen nicht geteilt. Wolf wolle bei ihrer Kandidatur für den
       Landesvorsitz bleiben, so der Parteisprecher.
       
       Bei dem Machtkampf geht es auch um die Trennung von Amt und Mandat. Wolf
       ist Finanzministerin in Thüringen und BSW-Landtagsabgeordnete. Auch Schütz
       sitzt für das BSW im Landesparlament.
       
       ## Möglicher Wechsel in den Bundesvorstand
       
       Beim BSW-Landesparteitag am 26. April will die [2][Thüringer
       Landtagsabgeordnete Anke Wirsing für den Parteivorsitz kandidieren] –
       zusammen mit einem Team von Mitstreitern. Wirsing war in der Vergangenheit
       immer wieder als Unterstützerin des Kurses von BSW-Bundeschefin Sahra
       Wagenknecht aufgetreten, die sich vor allem mit Wolf Auseinandersetzungen
       um die Thüringer Regierungsbeteiligung lieferte.
       
       Für Schütz werde sich Gernot Süßmuth um den Co-Parteivorsitz in Thüringern
       bewerben, sagte der Sprecher. Süßmuth war einer der Thüringer
       BSW-Bundestagskandidaten. Er ist Musiker in Weimar. In dem Gerangel um die
       Führungspositionen im BSW-Landesverband hatten nicht nur die Bundespartei,
       sondern auch BSW-Vertreter aus Sachsen und Sachsen-Anhalt mitgemischt.
       
       Nach seinem Verzicht auf eine erneute Kandidatur für die Thüringer
       BSW-Spitze kann sich Thüringens Infrastrukturminister Steffen Schütz eine
       Aufgabe im Bundesvorstand der Wagenknecht-Partei vorstellen. Er habe
       angeboten, bei der nächsten Wahl für den Bundesvorstand zu kandidieren,
       sagte Schütz in Erfurt.
       
       Er könnte unter anderem seine Erfahrungen bei der Organisation von
       Parteikampagnen einbringen – auch mit Blick auf die im kommenden Jahr
       anstehende Landtagswahlen unter anderem in Sachsen-Anhalt und
       Mecklenburg-Vorpommern. In Thüringen wurde das BSW 2024 drittstärkste
       Partei mit 15,8 Prozent und regiert mit CDU und SPD zusammen. Seiner
       Meinung nach sind die ostdeutschen Landesverbände im Bundesvorstand nicht
       ausreichend repräsentiert, sagte Schütz.
       
       25 Apr 2025
       
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