# taz.de -- Gestohlene Fahrräder: Rad ist teuer
       
       > Fahrraddiebstahl verursacht in Deutschland immer höhere
       > Versicherungsschäden. Dabei sinkt die Anzahl der Fälle sogar.
       
 (IMG) Bild: Parkplatz oder Diebstahlsicherung?
       
       Berlin taz | In Deutschland werden zwar immer seltener Fahrräder gestohlen,
       die entwendeten Zweiräder sind dafür aber immer teurer, das zeigt eine
       [1][Auswertung] des Gesamtverbands der Versicherer (GDV). Demnach entstand
       2024 ein Schaden von 160 Millionen Euro durch Fahrraddiebe – etwa 10
       Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr. „Das ist der höchste Stand der
       letzten 20 Jahre“, sagt GDV-Geschäftsführer [2][Jörg Asmussen].
       
       Dieser Kostenanstieg ist zunächst überraschend, denn seit vielen Jahren
       geht die Anzahl der Fahrraddiebstähle zurück. Während 2005 noch etwa
       260.000 versicherte Räder entwendet wurden, hat sich diese Zahl bis heute
       etwa halbiert. Auch insgesamt, also auch in den unversicherten Fällen,
       sinkt die Anzahl vermisster Fahrräder.
       
       Laut Kriminalstatistik waren es vergangenes Jahr 245.868 Zweiräder und
       damit etwa 7 Prozent weniger als noch 2023. „Das liegt daran, dass die
       Nutzer:innen teurer Fahrräder auf die Diebstahlgefahr reagieren, vor
       allem durch die Verwendung besserer Schlösser“, sagt [3][Roland Huhn] vom
       Fahrradverband ADFC. „Sonst würden die Diebstahlzahlen langjährig steigen,
       so wie die Verkaufs- und Bestandszahlen.“
       
       Während vor zehn Jahren ein gestohlenes Rad im Durchschnitt 500 Euro
       kostete, stieg dieser Wert bis 2024 auf 1.190 Euro an. „Die Täter gehen
       offenbar gezielter vor und [4][stehlen vor allem hochwertige Räder] und
       E-Bikes“, sagt Versicherungsverbandchef Asmussen. Aber auch Rennräder und
       Mountainbikes seien im Fokus der Diebe.
       
       ## Fahrraddiebstahl wird vom Staat nicht ernst genommen
       
       Der Eindruck, dass nur hochwertige Fahrräder gestohlen werden, täusche
       allerdings, so ADFC-Experte Huhn. Nur etwa die Hälfte der Fahrraddiebstähle
       würde überhaupt angezeigt. Der Rest fällt also aus der Statistik.
       „Einschließlich der Dunkelziffer berücksichtigt der GDV nur knapp 30
       Prozent der Fahrraddiebstähle“, so Huhn.
       
       Die Diebstahlzahlen sinken also, müssten aber doch höher liegen als
       angenommen. Schuld daran sei auch, dass zu wenig dagegen getan werde, sagt
       Huhn. Nur knapp [5][10 Prozent der Delikte werden aufgeklärt].
       „Fahrraddiebstahl ist leider ein Massenphänomen, das vom Staat nicht
       besonders ernst genommen wird.“
       
       22 Apr 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.gdv.de/gdv/medien/medieninformationen/fahrraddiebstahl-2024-weniger-faelle-aber-rekordschaden-188066
 (DIR) [2] /Versicherer-zu-Wetterextremen-2024/!6059380
 (DIR) [3] /Neuer-Rekord-bei-Fahrraddiebstaehlen/!6006635
 (DIR) [4] /Dienstrad-Leasing/!6073616
 (DIR) [5] /Schaeden-durch-Fahrraddiebstaehle/!6006648
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Henning Giesen
       
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