# taz.de -- die dritte meinung: Die Wiedereröffnung der Botschaft in Damaskus ist ein wichtiger Schritt, aber er ist nur der Anfang
       
       Deutschland hat ein „überragendes Interesse“ an einem stabilen Syrien, sagt
       das Auswärtige Amt. Diese Aussage mag auf den ersten Blick wie eine
       diplomatische Floskel klingen, doch sie hat eine tiefere Bedeutung. Vor 13
       Jahren schloss Deutschland seine Botschaft in Damaskus, als der syrische
       Machthaber Baschar al-Assad einen brutalen Krieg gegen die eigene
       Bevölkerung führte. Nun, gut drei Monate nach dem Sturz Assads und seiner
       Flucht aus dem Land, hat Außenministerin Annalena Baerbock die deutsche
       Botschaft in der syrischen Hauptstadt wiedereröffnet. Dies ist mehr als nur
       ein symbolischer Akt – es ist ein hoffnungsvolles Signal in einer Region,
       die von jahrzehntelangem Leid gezeichnet ist.
       
       Baerbocks Besuch in Syrien war nicht nur ein offizieller Akt der
       Wiedereröffnung. Die Außenministerin nutzte die Gelegenheit, um sich ein
       eigenes Bild von der aktuellen Lage zu machen. Sie besuchte nicht nur die
       Hauptstadt, sondern auch umliegende Stadtteile, die noch immer von den
       Ruinen durch die Fassbombenangriffe gezeichnet sind – eine der grausamsten
       Waffen, die das Assad-Regime mit Unterstützung Russlands und des Irans
       einsetzte. Diese Besuche sind wichtig, denn sie zeigen, dass Deutschland
       nicht nur an politischen Gesprächen interessiert ist, sondern auch an den
       Menschen, die unter den Folgen des Krieges leiden.
       
       Die Wiedereröffnung der deutschen Botschaft in Damaskus ist ein wichtiger
       Schritt, aber er ist nur der Anfang. Deutschland muss sich weiterhin für
       eine friedliche und stabile Zukunft Syriens einsetzen – eine Zukunft, in
       der Hass und Gewalt keinen Platz haben. Die syrische Bevölkerung hat genug
       gelitten. Es ist an der Zeit, dass die internationale Gemeinschaft,
       einschließlich Deutschland, konkrete, vor allem wirtschaftliche weitere
       Schritte unternimmt, damit die Menschen in Syrien eine Perspektive haben.
       Denn nur so kann das Land aus den Trümmern des Krieges zu einer
       hoffnungsvollen Zukunft aufstehen – und so werden sicherlich viele
       geflüchtete Syrerinnen und Syrer wieder zurückkehren wollen und können.
       
       28 Mar 2025
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Aiman A. Mazyeck
       
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