# taz.de -- Ja, wir waren die Ersten: Als die taz das Internet erfand
       
       > Zugegeben, das World Wide Web hat die taz nicht erfunden. Aber vor 30
       > Jahren ging das linke Tageszeitungsprojekt als erste Zeitung Deutschlands
       > im damals noch völlig neuen Internet online.
       
 (IMG) Bild: Damals in Kreuzberg: Blick in die alte taz.de-Redaktion in der Rudi-Dutschke-Straße im April 2009.
       
       [1][Aus der taz] | „Als erste überregionale Tageszeitung ist die taz im
       Internet zu lesen. Also weg vom Frühstückstisch an den Computer,
       eingeklinkt und los geht’s…“ Mit diesen Worten wurde am 12. Mai 1995 die
       „digiTaz“ angekündigt. Doch war das zu dem Zeitpunkt gar keine Neuigkeit
       mehr – die taz war bereits seit 54 Tagen online.
       
       „Der Artikel kam eigentlich viel zu spät, darüber habe ich mich damals echt
       geärgert“, erzählt der heutige taz-App-Entwickler und Mit-Erfinder der
       digitalen taz Ralf Klever [2][in einem Interview anlässlich des
       taz-de-Relaunchs im Oktober 2024].
       
       „Dann fand eine Tagung wissenschaftlicher Dokumentare statt, die ihre
       Systeme vorgestellt haben – und auf der Fahrt dahin hörte ich im Radio, die
       Schweriner Volkszeitung sei die erste deutsche Tageszeitung im Internet“,
       erinnert sich Klever. „Da bin ich beinahe ausgeflippt.“
       
       ## Denn es war der 20. März
       
       Seit 29 Jahren feiern wir den Geburtstag der digiTaz am 12. Mai – den 30.
       Geburtstag wollen wir endlich am richtigen Tag feiern. Denn der Blick in
       die taz-Geschichtsbücher zeigt: Bereits am 20. März 1995 wurde die digiTaz
       auf einer WWW-Tagung [3][im hessischen Darmstadt vorgestellt].
       
       Damit hatte die taz tatsächlich die Nase vor der Schweriner Volkszeitung,
       die am 9. Mai 1995 online ging. In den darauffolgenden Jahren wurden die
       Artikel aus der gedruckten Ausgabe automatisch und ohne weitere
       redaktionelle Bearbeitung online gestellt. 2007 gründete die taz dann
       schließlich eine eigene Online-Redaktion.
       
       Seither wuchs die taz im Netz beständig. Inhaltlich entstanden spezielle
       Online-Formate, aufwändig erstellte Infografiken, Liveticker und
       Bildergalerien – und inzwischen erweitern längst auch Videos und Podcasts
       das Online-Angebot der taz.
       
       Das alles schlägt sich auch in der Reichweite nieder: [4][Waren es im Mai
       1995 3.800 User:innen], die die taz im Internet lasen, sind es heute
       mehrere Millionen pro Monat. Und nicht nur inhaltlich wandelte sich taz.de
       im Laufe der Jahre.
       
       ## Neue Seiten, neues Glück
       
       Seh- und Lesegewohnheiten ändern sich ständig – im Netz besonders schnell.
       2013 kam so der erste große Relaunch, bei dem auch der Verlag der taz
       sichtbar gemacht wurde: Genossenschaft, Panter Stiftung und Co. sollten
       zeigen, was das linke Tageszeitungsprojekt neben unabhängigem Journalismus
       noch alles zu bieten hat.
       
       Zehn Jahre dauerte es dann, bis der nächste umfassende Relaunch anstand.
       Nachdem 2023 zunächst die [5][Verlagsseiten] visuell und technisch komplett
       erneuert wurden, folgten im Oktober 2024 die [6][redaktionellen Seiten].
       
       Die Website der taz erstrahlt seither runderneuert mit neuen Schriften,
       neuer Bildsprache und neuem Seitenaufbau. Insbesondere Funktionalität,
       Übersichtlichkeit und Nutzer:innenführung wurden durch das neue Design
       entscheidend verbessert.
       
       Ein wichtiger Schritt in der taz-Geschichte, denn ab Herbst 2025 wird die
       taz werktags [7][nur noch digital auf der Website, in der App und im
       ePaper erscheinen]; die Wochenzeitung wochentaz wird dann unser zentrales
       Printprodukt sein.
       
       ## Paywahl statt Paywall
       
       Einen der entscheidenden Bausteine bei dieser digitalen Transformation
       bildet das solidarische Onlinebezahlmodell „[8][taz zahl ich]“. Bis heute
       sind alle Inhalte auf taz.de kostenfrei zugänglich: Statt einer Paywall
       setzen wir auf eine „Paywahl“.
       
       Wer will, kann dafür einen freiwilligen Beitrag leisten, aber niemand muss.
       Wer sich kein Abo leisten kann, wird nicht von unabhängigem Journalismus
       ausgeschlossen – gelebte Solidarität und eine tiefe Überzeugung der taz.
       
       „Die digiTaz ist ein Experiment, ein Teil des Stocherns in den
       Möglichkeiten des prinzipiell nicht hierarchischen Internets“, meinte ein
       taz-Kollege noch 1995.
       
       30 Jahre später bilanziert [9][Katrin Gottschalk], aktuelle
       Vize-Chefredakteurin der taz: „Die taz ist die wichtigste linke,
       progressive Stimme im deutschsprachigen Netz.“ Wir haben also allen Grund
       zu feiern. 🐾
       
       19 Mar 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /info
 (DIR) [2] /!vn6042366/
 (DIR) [3] http://web.archive.org/web/19980112222849/http:/taz.de/~taz/help/server/
 (DIR) [4] /20-Jahre-tazde/!159862/
 (DIR) [5] /verlag
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 (DIR) [7] /seitenwende
 (DIR) [8] /tzi
 (DIR) [9] /!a249/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ann-Kathrin Liedtke
       
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