# taz.de -- Wenn die alte Ordnung wiederhergestellt wird
       
       Ein strahlend blauer Sonntagnachmittag, durch die Straßen von Dietenheim
       zieht sich der Faschingsumzug. Er ist lang. Viele Gruppen: die Menschen
       manchmal in Reih und Glied marschierend, manchmal quertreibend durch die
       Reihen huschend. Natürlich aber alle mit Maske oder sonst wie verkleidet.
       Und manchmal zieht auch ein Wagen vorbei, auf dem in dem schwäbischen
       Städtchen – der Narrenruf heißt hier „Narro Ahoi“ – so richtig verkehrte
       Welt gespielt wird. Gegen alle sonstigen Prinzipien wird da von
       Prinzenpaaren und anderen Narren hemmungslos Kamelle und Konfetti in die
       Menge geschmissen. Das meiste landet auf der Straße.
       
       Einen Tag später, wieder wölbt sich strahlendes Blau über der Stadt, ist
       schon vor dem Mittagsläuten der Reinigungstrupp durch die Straßen und hat
       sauber gemacht. Aber, oh je, alle herumliegenden Fitzelchen konnte sich die
       Kehrmaschine dann doch nicht einverleiben.
       
       So kniet eine einsame Frau auf dem Gehsteig, ihr Kopf nähert sich
       gefährlich der Fahrbahn. In ihren Händen hat sie ein Schäufelchen und einen
       Handfeger. Die alte schwäbische Ordnung will schon wieder hergestellt sein.
       Thomas Mauch
       
       15 Mar 2025
       
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 (DIR) Thomas Mauch
       
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