# taz.de -- Waffenruhe-Abkommen mit Hisbollah: Israel will fünf Posten im Südlibanon halten
       
       > Israel will seine Truppen aus dem Libanon weitgehend, aber nicht komplett
       > abziehen. Unklar ist, wie Libanon auf diese „vorübergehende Maßnahme“
       > reagiert.
       
 (IMG) Bild: Sie sollen eigentlich einmal im Südlibanon für Frieden sorgen: Die Armee des Landes
       
       Tel Aviv dpa | Israel will auch nach dem vereinbarten Termin zum Abzug
       seiner Truppen aus dem [1][Libanon] fünf Posten auf libanesischem Gebiet in
       Grenznähe halten. Ein israelischer Armeesprecher sagte, diese
       vorübergehende Maßnahme sei mit der zuständigen Staatengruppe unter Führung
       der USA zusammen mit Frankreich, dem Libanon, Israel und der
       UN-Friedenstruppe Unifil vereinbart worden. Dafür gab es keine offizielle
       Bestätigung.
       
       Die Waffenruhe, die nach fast einem Jahr des [2][Kriegs zwischen Israel und
       der libanesischen Hisbollah] vereinbart worden war, sieht unter anderem
       einen vollständigen Abzug der israelischen Truppen aus dem Libanon bis
       Dienstag vor. Die Frist war bereits einmal verlängert worden. Libanons mit
       der Hisbollah verbündeter Parlamentssprecher Nabih Berri sowie der neue
       Präsident Joseph Aoun hatten zuletzt eine weitere Verlängerung der
       Abzugsfrist abgelehnt.
       
       Der israelische Armeesprecher sagte, die Armee habe seit Vereinbarung der
       Waffenruhe Ende November mit der Hisbollah-Miliz schrittweise die meisten
       Truppen aus dem Nachbarland abgezogen. Die Verantwortung werde in den
       geräumten Gebieten an die libanesische Armee übergeben. „Wir werden eine
       kleine Anzahl von Truppen an fünf strategischen Punkten entlang der Grenze
       belassen“, sagte er.
       
       Dies sei „eine vorübergehende Maßnahme, bis die libanesischen Truppen die
       Vereinbarung vollständig umsetzen können“, hieß es weiter. Die libanesische
       Armee soll laut Vereinbarung die Einhaltung der Waffenruhe sicherstellen
       und eine Rückkehr der Hisbollah in Gebiete im Südlibanon verhindern.
       
       Auch diese Ortschaften sollten jedoch schlussendlich übergeben werden,
       sagte der Sprecher weiter. Er nannte vier der fünf Posten auf libanesischem
       Boden – sie befänden sich in der Nähe der [3][israelischen Ortschaften
       Schlomi,] Schtula, Avivim sowie der libanesischen Anhöhe Dschabal Blat.
       Ansonsten werde man den Abzug vereinbarungsgemäß bis Dienstag vollziehen.
       „Morgen werden wir auf der Verteidigungslinie stehen“, sagte er.
       
       Nach Darstellung Israels war die libanesische Armee bisher nicht schnell
       genug nachgerückt. Die Hisbollah habe sich außerdem nicht wie vereinbart
       hinter den etwa 30 Kilometer nördlich der Landesgrenze [4][gelegenen
       Litani-Fluss] zurückgezogen. Die libanesische Armee warf Israel wiederum
       mehrere Angriffe auf libanesisches Gebiet vor.
       
       17 Feb 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Libanons-neue-Regierung/!6064956
 (DIR) [2] /Luftangriffe-auf-Libanons-Hauptstadt-/!6039379
 (DIR) [3] /Verlassene-Nordgrenze-Israels/!5985566
 (DIR) [4] /Krieg-im-Nahen-Osten/!6035972
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Libanon
 (DIR) Hisbollah
 (DIR) Israel Defense Forces (IDF)
 (DIR) Waffenruhe
 (DIR) Libanon
 (DIR) Libanon
 (DIR) Libanon
 (DIR) Schwerpunkt Syrien
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Angriffe zwischen Israel und Libanon: Libanons Truppen stärken
       
       Die Hisbollah und andere Milizen unter Kontrolle zu bringen, ist auf die
       Schnelle nicht einfach. Die Regierung in Beirut braucht Unterstützung.
       
 (DIR) Deutsche Vertretung in Syrien: Baerbock in Damaskus und Beirut
       
       Die Bundesaußenministerin pocht bei ihrer letzten Amtsreise nach Syrien und
       Libanon auf Stabilität.
       
 (DIR) Libanons neuen Regierungschef: Euphoriepotenzial in Beirut
       
       Die neue Doppelspitze im Libanon macht Hoffnung. Im Nahen Osten ist gerade
       Umbruchzeit – gute Voraussetzungen für einen Neustart im Land.
       
 (DIR) Das syrische Palästinenserlager Jarmuk: Zwischen Zerstörung, Versöhnung und Kampf
       
       Das palästinensische Flüchtlingslager Jarmuk im syrischen Damaskus liegt in
       Trümmern. Dennoch kehren Bewohner zurück. Viele hoffen auf Versöhnung.
       
 (DIR) Krieg in Nahost: Aus dem Zuhause ist ein Trümmerfeld geworden
       
       Fast alle Bewohner haben wegen des Krieges zwischen Israel und Hisbollah
       die südlibanesische Stadt Sour verlassen. Manche kehren ins Nichts zurück.