# taz.de -- Ruhiger schlafen in Nachtzügen: Weitestgehend ohne Bettwanzen
       
       > Die Bahnunternehmen SNCF und ÖBB setzen verstärkt schon vorbeugend
       > Chemikalien gegen die Blutsauger ein. Das scheint erfolgreich.
       
 (IMG) Bild: Nicht nur für Phobiker:innen fies: Bettwanzenbisse sind schmerzfrei, können aber Jucken und allergische Reaktionen hervorrufen
       
       Berlin taz | Die [1][Nachtzüge] zweier großer Bahngesellschaften in Europa
       werden offenbar seltener von Bettwanzen befallen als vor einigen Jahren.
       Die Zahl der Fälle sei „stark rückläufig“, teilte ein Sprecher der
       französischen Staatsbahn SNCF der taz auf Anfrage mit. Auch die
       Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) sprachen von einem „sinkenden Trend“.
       Während die ÖBB auch auf Nachfrage keine Zahlen nannten, gab es laut SNCF
       „weniger als 5 Meldungen“ über Bettwanzen in ihren 129 Nachtzugwaggons.
       
       Nachtzüge sind wichtig für die ökologische Verkehrswende, weil sie eine
       klimafreundliche Alternative zu vielen Flügen sein können. Allerdings gab
       es in den [2][vergangenen Jahren] [3][Berichte über Bettwanzen] in den
       Waggons.
       
       Die Insekten kommen [4][laut Umweltbundesamt] außer in Privathaushalten vor
       allem in „Orten mit hoher Personenfluktuation“ wie Hotels, Flugzeugen oder
       eben Bahnen vor. Die Parasiten saugen Blut; ihre Stiche verursachen oft
       starkes Jucken. Im Gepäck können sie vom Zug in die Wohnung gelangen. Um
       dort alle Wanzen zu töten, sind häufig mehrere Einsätze von Insektengift
       nötig. Denn die Wanzen gelten als besonders widerstandsfähig. In Frankreich
       war die „[5][Bettwanzen-Plage]“ vor den Olympischen Spielen 2024 in Paris
       sogar Thema in der Nationalversammlung.
       
       ## Meldung mit Foto
       
       Die SNCF führt den Rückgang der Bettwanzen-Funde auf die „seit mehreren
       Jahren durchgeführte vorbeugende Behandlung“ der Waggons mit Insektiziden
       zurück. Bei Verdacht auf Befall eines Zugs werde konsequent gereinigt:
       „Sobald die Meldung eingegangen ist, behandeln wir den betroffenen Waggon
       systematisch vorsorglich, ohne unbedingt sicher zu sein, dass es sich um
       Bettwanzen handelt“, schrieb der Firmensprecher.
       
       Seit April 2024 fordere die SNCF aber „ein Foto der gemeldeten Bettwanze,
       da es Fälle gab, in denen Gartenwanzen mit Bettwanzen verwechselt wurden“.
       Zudem habe sich positiv ausgewirkt, dass die Nachtzugwaggons von 2020 bis
       Sommer 2023 renoviert worden seien.
       
       Die ÖBB erklärten lediglich: „Die Wagen werden täglich gereinigt. Bei
       Ungeziefer dann auch chemisch.“ Als befallen gemeldete Waggons würden „nach
       einiger Zeit nochmals“ gesäubert.
       
       17 Feb 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Nachtzuege/!t5017725
 (DIR) [2] https://www.kleinezeitung.at/oesterreich/5674139/Kein-Einzelfall_Im-Nachtzug-nach-Hamburg-fuhren-Bettwanzen-mit
 (DIR) [3] https://www.merkur.de/welt/oesterreich-bettwanzen-oebb-nachtzug-bahn-zug-insekten-twitter-91847114.html
 (DIR) [4] https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/171013_uba_rg_bettwanzen_bf.pdf
 (DIR) [5] /Bettwanzen-Plage-in-Frankreich/!5962095
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jost Maurin
       
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