# taz.de -- taz-lab-Kolumne weiter/machen #2: Ein universelles Problem
       
       > Nach einem Auslandssemester in Südafrika bemerkt unsere Autorin zurück in
       > Berlin, dass geschlechterspezifische Gewalt auch hier ein Thema ist. Teil
       > Zwei der neuen taz-lab-Kolumne weiter/machen.
       
 (IMG) Bild: Wie wäre das? Nachts ohne Sorgen in der U-Bahn durch Berlin
       
       [1][taz lab] | Endlich wieder in Berlin. Ich sitze euphorisch nach einem
       Abend in Neukölln in der U-Bahn. Neben mir sitzt ein Mann, Mitte 30,
       sichtbar betrunken. Ich stehe auf, um mich wegzusetzen. Auch er erhebt sich
       und torkelt mir durch die U6 hinterher.
       
       Ein halbes Jahr lang habe ich mir in meinem Auslandssemester in Südafrika
       jeden Alleingang genauestens überlegt nur, um wieder zurück in Berlin, zu
       bemerken, dass [2][geschlechtsspezifische Gewalt] ein universelles Problem
       ist. Der Mann wird zum Glück von anderen Mitfahrenden gebeten,
       auszusteigen.
       
       Aber plötzlich sind Gedanken über die Konsequenzen eines zufälligen
       Augenkontakts in der U-Bahn und das Aussuchen potenzieller Ansprechpersonen
       wieder präsent in meinem Leben. Und der Austausch unter Freund*innen über
       laute Taschenalarme und Pfefferspray gehören wieder zur Normalität.
       
       Ein Grund dafür: In der Bundesrepublik findet fast jeden Tag ein
       [3][Femizid] statt. 2023 waren es laut UN Women insgesamt 360 getötete
       Frauen. Auch die Daten der steigenden digitalen, häuslichen und sexuellen
       Gewalt machen mich sprachlos. Immer wieder stutze ich, wenn ich auf dem
       Instagram-Kanal femizide_stoppen einen neuen Beitrag sehe, der einen
       weiteren Femizid erfasst.
       
       ## Verbesserung in Sicht?
       
       Das [4][Gewalthilfegesetz] soll eine Verbesserung im Umgang
       geschlechtsspezifischer Gewalt an Frauen ermöglichen. Es bezieht sich auf
       den leichteren Zugang von Rechtsanspruch und Beratung für Betroffene. Im
       November 2024 wurde der Entwurf im Kabinett beschlossen.
       
       NGOs, Vereine und Gruppen setzen sich für ein schnellstmögliches
       Inkrafttreten ein. Obwohl es einen gesellschaftlichen Wandel braucht,
       könnte dieses Gesetz doch schon ein kleiner Hoffnungsschimmer am Horizont
       sein. 🐾
       
       Hier schreiben unsere Autor*innen wöchentlich übers „weiter/machen“ –
       das Motto des taz lab 2025. 
       
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       30 Jan 2025
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Kim Tadday
       
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