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       ## Kritik sogar an Weihnachten
       
       Undank ist der Weihnachtsmänner Lohn. Leider kommen nicht alle Geschenke so
       gut an, wie sie gedacht waren. So auch im Fall des taz lesenden Santa Claus
       auf Seite 1 der Ausgabe an Heiligabend. Eigentlich war er lieb und nett
       gemeint, als seelenwärmender Überbringer guter Botschaften in dunklen
       Zeiten, deshalb auch die Titelzeile: „O du fröhliche, o du selige,
       gnadenbringende Weihnachtszeitung!“ Und zur Feier der letzten Print-taz an
       einem Heilig-Dienstag gab es tatsächlich auch ein paar lustige Texte in der
       Weihnachts-taz. Aber, ach, aus der Sicht von manchen Leser*innen haben
       wir wieder alles falsch gemacht.
       
       „Wann werdet ihr endlich eure kindische Verarschung von Weihnachten los?
       Macht ihr mit Yom Kippur und Zuckerfest ja auch nicht“, schimpfte die
       ehemalige Grünen-Politikerin Eva Quistorp auf Facebook. „Bitte habt mehr
       Achtung vor Menschen, die religiös fühlen und denken, auch wenn ihr
       möglicherweise betont Atheisten seid“, schrieb Leserin Barbara Vogel-Wulle
       und beklagte die „Missachtung religiöser Gefühle“ durch den Zeitung
       lesenden Weihnachtsmann und den vorangegangenen wochentaz-Titel „Kein Gott,
       kein Staat, Kartoffelsalat“.
       
       Ach Gott, wie konnte das passieren? Wenn überhaupt, hatten wir erwartet,
       für affirmatives Mitfeiern und lasche Harmlosigkeit kritisiert zu werden.
       Sorry, aber wer selbst das zu böse findet, muss wohl mit Christ und Welt
       oder Chrismon selig werden. Lukas Wallraff
       
       27 Dec 2024
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Lukas Wallraff
       
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