# taz.de -- ++ Nachrichten zum Umsturz in Syrien ++: Al-Baschir wird Chef der Übergangsregierung
       
       > Mohammed al-Baschir, bisher Chef der Rebellenregierung in Idlib, leitet
       > die neue syrische Übergangsregierung. In Damaskus kehrt etwas Normalität
       > ein.
       
 (IMG) Bild: Neuer Alltag: Fußgänger gehen über ein Bild des geflohenen Präsidenten Assad
       
       Baschir zum Chef der Übergangsregierung in Syrien ernannt
       
       In Syrien wird der bisherige Chef der Rebellenregierung in der
       Aufständischen-Hochburg Idlib, Mohammed al-Baschir, nach eigenen Angaben
       Chef einer Übergangsregierung. Er sei zum Interimsregierungschef ernannt
       worden und solle diese Übergangsregierung bis zum 1. März 2025 leiten,
       teilt Baschir in einer TV-Ansprache mit. Die Führung der syrischen Rebellen
       hat Insidern zufolge ihren Kämpfern den Abzug aus den Städten befohlen. Im
       Gegenzug sei die Stationierung von Polizeieinheiten sowie internen
       Sicherheitskräften angeordnet worden, die mit der führenden Rebellengruppe,
       der islamistischen HTS, verbunden seien, verlautete von zwei Personen aus
       dem Umfeld der Rebellen. (rtr)
       
       ## FDP warnt: nicht wieder die Falschen abschieben
       
       FDP-Fraktionschef Christian Dürr hat die Bundesregierung zu einer
       Initiative für einen Syrien-Gipfel aufgerufen. Dieser müsse auch Klarheit
       in die migrationspolitische Debatte bringen, sagte Dürr der Deutschen
       Presse-Agentur in Berlin. „Es darf nicht wieder so enden, dass Menschen
       abgeschoben werden, die gut integriert sind, aber Straftäter im Land
       bleiben. Syrer, die in Deutschland arbeiten und unsere Werte teilen,
       sollten hier eine Perspektive bekommen“, forderte Dürr. „Wer nicht arbeitet
       oder gar straffällig geworden ist, muss das Land wieder verlassen. Die
       Menschen in Deutschland erwarten, dass die Politik jetzt zügig für Klarheit
       und Ordnung sorgt.“ Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf)
       hatte wegen der unklaren Lage in Syrien vorerst alle Entscheidungen über
       Asylanträge aus dem arabischen Land gestoppt. (dpa)
       
       ## Pro Asyl: Schnelle Rückkehr nach Syrien wäre gefährlich
       
       Dass einige Politiker schon kurz nach dem Sturz des Langzeitherrschers
       Baschar al-Assad in Syrien die Ausreise syrischer Flüchtlinge vorantreiben
       wollen, stößt bei Menschenrechtsgruppen und den Betroffenen auf Kritik.
       „Syrien bleibt ein instabiles Land“, betont die Organisation Pro Asyl.
       Bewaffnete Gruppen kontrollierten aktuell weite Teile von Syrien. Es
       fehlten funktionierende staatliche Strukturen und eine sichere
       Infrastruktur. „Eine Rückkehr unter diesen Bedingungen ist riskant und auch
       lebensgefährlich“, sagt Pro-Asyl-Sprecher Tareq Alaows. In Deutschland
       lebende Geflüchtete aus Syrien seien durch die zynischen „reflexartigen
       Debatten über Rückkehr und Abschiebungen“ verunsichert. Unter anderem Sahra
       Wagenknecht (BSW) und mehrere AfD-Politiker hatten erklärt, syrische
       Flüchtlinge sollten Deutschland nun schnell verlassen. Der innenpolitische
       Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm (CDU), sagte: „Wir haben
       unsere Pflichten zum Schutz der Syrer erfüllt – als Nächstes muss die
       Rückkehr Priorität haben.“ (dpa)
       
       ## In Damaskus kehrt ein wenig Normalität ein
       
       Nach der Übernahme von Damaskus durch Aufständische kehrt in Syriens
       Hauptstadt allmählich wieder etwas Alltag ein. Anwohner eines Viertels im
       Westen der Stadt berichteten der Deutschen Presse-Agentur, dass einige
       Restaurants und Geschäfte dort wieder geöffnet hätten. Demnach sind auch
       einige Menschen auf den Märkten der Stadt unterwegs. „In den vergangenen
       zwei Tagen hatten Ladenbesitzer Angst, angegriffen und ausgeraubt zu
       werden“, sagte Adnan Issa, der in einem Geschäft in Damaskus arbeitet, der
       dpa. Inzwischen seien Mitglieder der Rebellenfraktionen zusammen mit der
       Polizei auf den Straßen unterwegs. Die Patrouillen beruhigten die Menschen,
       ist der Syrer überzeugt.
       
       In einem Viertel im Südosten der Stadt haben Anwohner nach eigenen Angaben
       die vermüllten Straßen gereinigt. In den sozialen Medien habe es viel
       positives Feedback für die Initiative gegeben, sagte einer der Beteiligten,
       Amin Hamuda. Er hoffe nun, dass sich die Aktion auf die gesamte Stadt und
       schließlich auch auf ganz Syrien ausweite. Anwohnern zufolge wurde der Müll
       in Damaskus bereits seit Freitag nicht mehr abgeholt. Die Container seien
       völlig überfüllt, überall häuften sich Säcke mit Abfall. Regierungsbehörden
       in Damaskus bereiten sich darauf vor, ihre Dienstleistungen wieder
       anzubieten. Die Ministerien forderten ihre Mitarbeiter auf, wieder zur
       Arbeit zu gehen. Nachdem die von der Islamisten-Miliz HTS angeführte
       Rebellen-Allianz Damaskus am Wochenende übernommen hatte, waren viele
       Mitarbeiter zunächst zu Hause geblieben. (dpa)
       
       ## UN-Sondergesandter: Positive Signale von Aufständischen in Syrien
       
       Der UN-Sondergesandte für Syrien, Geir Pedersen, hat den Aufständischen in
       Syrien positive Signale attestiert. Man befinde sich noch immer in einer
       fließenden Phase, in der sich die Verhältnisse noch nicht sortiert hätten,
       sagte Pedersen am Dienstag in Genf zu Journalisten. Die bewaffneten
       Gruppen, die den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gestürzt haben,
       hätten jedoch „gute Botschaften“ an das syrische Volk gesendet. Pedersen
       legte nahe, dass Syrien Hilfe von der internationalen Gemeinschaft
       benötige, um die turbulente Phase zu durchstehen. Es gebe eine echte Chance
       auf Wandel, sagte er. „Aber diese Chance muss von den Syrern selbst
       ergriffen und von den UN und der internationalen Gemeinschaft unterstützt
       werden.“ Mit Blick auf israelische Militärangriffe in Syrien sagte er, es
       sei „extrem wichtig dass wir jetzt keine Aktion irgendeines internationalen
       Landes erleben, das die Möglichkeit einer Transformation in Syrien
       zerstört“. (ap)
       
       Syrien: Angestellte der Zentralbank kehren zur Arbeit zurück
       
       Nach dem Sturz von Syriens Präsident Baschar al-Assad am Wochenende sind
       die Angestellten der syrischen Zentralbank Augenzeugen zufolge an ihre
       Arbeitsplätze zurückgekehrt. Anwohner beobachteten, wie die Mitarbeiter das
       Gebäude in der Hauptstadt Damaskus betraten. Es ist ein Schritt Richtung
       Normalität für das Land. Die Mitarbeiter der Zentralbank waren der Arbeit
       wohl angesichts der unsicheren Lage zunächst ferngeblieben.
       Hilfsorganisationen warnten daraufhin, dass dies die Hilfe für das Land
       erschwere, da zuverlässige Geldtransfers nicht möglich seien.
       
       Am Sonntag hatten einige Menschen Augenzeugen zufolge die
       Hauptniederlassung der Zentralbank in Damaskus geplündert. „Es sind einige
       Diebstähle am Sonntag registriert worden“, sagte der Leiter einer Abteilung
       der Zentralbank, Mohamed al-Imam, der Deutschen Presse-Agentur. Ein Teil
       des Geldes sei inzwischen aber zurückgegeben worden. Augenzeugen zufolge
       sind in Damaskus auch private Banken mit verkürzten Öffnungszeiten
       geöffnet. In der Hauptstadt gilt weiterhin eine Ausgangssperre zwischen
       16.00 Uhr Ortszeit (14.00 Uhr MEZ) und 5.00 Uhr (3.00 Uhr MEZ). (dpa)
       
       ## UNHCR gegen Abschiebungen nach Syrien
       
       Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR spricht sich angesichts der noch
       instabilen Lage in Syrien gegen Abschiebungen von Geflüchteten in das
       Bürgerkriegsland aus. „Kein Asylbewerber sollte zwangsweise zurückgebracht
       werden“, sagte UNHCR-Sprecherin Shabia Mantoo in Genf. Mehrere europäische
       Staaten, darunter auch Deutschland, haben nach dem Sturz von Machthaber
       Baschar al-Assad Entscheidungen über Asylverfahren von Menschen aus Syrien
       ausgesetzt. Behörden sollten diesen Personen dennoch weiterhin die gleichen
       Rechte zugestehen wie anderen Asylbewerbern, sagte Mantoo in einer
       Pressekonferenz. Es müsse Syrern auch möglich bleiben, Asylanträge in
       anderen Staaten zu stellen, die dann individuell geprüft werden müssten,
       forderte sie.
       
       Die UNCHR-Sprecherin wies darauf hin, dass die „Dynamik der Vertreibung“ in
       Syrien noch nicht gestoppt sei. Nach UN-Angaben sind seit Ende November
       mehr als eine Million Menschen innerhalb des Landes geflohen. Viele ins
       Ausland geflüchtete Menschen würden die Möglichkeit einer Rückkehr abwägen.
       Nun sei „Geduld und Wachsamkeit“ nötig, bis die Lage in Syrien die
       freiwillige, sichere und menschenwürdige Rückkehr von Flüchtlingen zulasse.
       (dpa)
       
       ## Türkei verurteilt Vorrücken Israels in Pufferzone in Syrien
       
       Die Türkei hat den Vorstoß des israelischen Militärs auf syrisches
       Staatsgebiet scharf kritisiert. Das Vorrücken sei ein Verstoß gegen ein
       Abkommen aus dem Jahr 1974 über eine Pufferzone innerhalb Syriens, erklärte
       das türkische Außenministerium am Dienstag. Das Ministerium warf Israel
       vor, die „Mentalität eines Besatzers“ zur Schau zu stellen – und dies in
       einer Zeit, in der sich Frieden und Stabilität in Syrien als Möglichkeit
       abzeichneten. In der Mitteilung unterstrich das Ministerium die
       Unterstützung der Türkei für die „Souveränität, politische Einheit und
       territoriale Integrität“ Syriens. (ap)
       
       ## Israel dementiert Berichte über israelische Panzer nahe Damaskus
       
       Israel hat Medienberichten widersprochen, denen zufolge israelische Panzer
       nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus stehen sollen. Der israelische
       Militärsprecher in arabischer Sprache schrieb auf der Plattform X, Berichte
       über israelische Streitkräfte, die sich Damaskus näherten, seien „komplett
       falsch“. Israelische Truppen befänden sich lediglich in der Pufferzone
       zwischen den von Israel besetzten Golanhöhen und Syrien und an
       „Verteidigungspunkten nahe der Grenze“, schrieb Sprecher Avichai Adraee.
       Ziel sei es, die Grenze zu Israel zu schützen. Ausläufer der Pufferzone
       liegen rund 50 Kilometer von Damaskus entfernt.
       
       Israel hatte nach dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und
       der Übernahme der Kontrolle durch Rebellen Streitkräfte in die Pufferzone
       auf den besetzten Golanhöhen und anderen Orten verlegt, darunter auch auf
       der syrischen Seite des Berges Hermon. Der israelische Ministerpräsident
       Benjamin Netanjahu hatte gesagt, es sei eine vorübergehende Maßnahme, „bis
       eine passende Regelung gefunden ist“. (dpa)
       
       ## Kreml: Assad hat selbst über Rücktritt entschieden
       
       Syriens langjähriger Machthaber Baschar al-Assad hat nach Darstellung des
       Kremls persönlich und selbständig über seinen Rücktritt entschieden. „Der
       Rückzug vom Prozess der Ausübung der Pflichten des Staatsoberhaupts war die
       individuelle Entscheidung Assads“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow
       russischen Agenturen zufolge. Zur Rolle Moskaus dabei wollte er sich nicht
       weiter äußern. Assad hat nach seinem Sturz in Syrien mit seiner Familie
       Asyl in Russland erhalten. Kremlchef Wladimir Putin, der sich immer wieder
       mit Assad traf, habe die Entscheidung getroffen, die Familie in Russland
       aufzunehmen, hatte Peskow bereits am Montag gesagt. Ein Treffen ist demnach
       allerdings nicht geplant. Den genauen Aufenthaltsort Assads haben die
       russischen Behörden nicht bekannt gegeben. Assad hatte das Land verlassen,
       nachdem eine von Islamisten angeführte Rebellenallianz am Wochenende in
       Damaskus eingerückt war. (dpa)
       
       ## UN-Vermittler: Israel muss Angriffe in Syrien beenden
       
       Der UN-Sondergesandte Geir Pedersen fordert Israel auf, seine
       Bodenoperationen und Bombenangriffe in Syrien einzustellen. Diese jüngsten
       Militäreinsätze seien „sehr beunruhigend“, erklärte der Syrien-Vermittler
       in Genf. „Das muss aufhören. Das ist äußert wichtig“, sagte er. Nach dem
       Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad hat Israel laut Aktivisten
       seine bisher schwersten Angriffe in Syrien geflogen. Innerhalb weniger als
       zwölf Stunden habe Israel mehr als 100 Ziele im Land angegriffen, teilte
       die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. (dpa)
       
       Al-Jolani kündigt Liste von an Folter beteiligten Ex-Beamten an
       
       Nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad in Syrien hat der Anführer
       der siegreichen islamistischen Kämpfer angekündigt, eine Liste mit Namen
       von an Folter beteiligten Ex-Beamten zu veröffentlichen. Die von den
       künftigen syrischen Behörden zu veröffentlichende Liste werde „die Namen
       der ranghöchsten Beamten enthalten, die in die Folterung des syrischen
       Volkes verwickelt sind“, schrieb Abu Mohammed al-Jolani, der Chef der
       islamistischen Miliz Hajat Tahrir al-Scham (HTS), am Dienstag im
       Onlinedienst Telegram. „Wir werden Belohnungen für jeden anbieten, der
       Informationen über hochrangige Armee- und Sicherheitsoffiziere liefert, die
       in Kriegsverbrechen verwickelt sind“, fuhr al-Jolani fort, der mit
       bürgerlichem Namen Ahmed al-Scharaa heißt. „Wir werden Kriegsverbrecher
       verfolgen und verlangen, dass sie von den Ländern, in die sie geflohen
       sind, überstellt werden, damit sie ihre gerechte Strafe erhalten können.“
       
       „Wir haben uns verpflichtet, gegenüber denjenigen tolerant zu sein, an
       deren Händen nicht das Blut des syrischen Volkes klebt, und wir haben
       denjenigen Amnestie gewährt, die zum Pflichtdienst verpflichtet waren“,
       erklärte der HTS-Chef weiter. (afp)
       
       UN-Sicherheitsrat: Situation in Syrien ist „sehr ungewiss“
       
       Nach dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad hat sich der
       UN-Sicherheitsrat in einem Treffen hinter verschlossenen Türen beraten und
       Einigkeit demonstriert. „Ich glaube, der Rat war sich mehr oder weniger
       einig, dass die territoriale Integrität und die Einheit Syriens gewahrt
       werden müssen, dass der Schutz der Zivilbevölkerung gewährleistet werden
       muss und dass die benötigte humanitäre Hilfe zur Bevölkerung gelangen
       muss“, sagte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja. Russland hatte
       das Treffen am Montag beantragt.
       
       In den kommenden Tagen könnte der UN-Sicherheitsrat eine gemeinsame
       Erklärung zu Syrien abgeben, kündigte der stellvertretende amerikanische
       UN-Botschafter Robert Wood an. „Niemand hatte erwartet, dass die syrischen
       Streitkräfte wie ein Kartenhaus zusammenbrechen würden, und das hat viele
       Menschen überrascht“, sagte er. „Die Situation ist sehr ungewiss.“ Aber man
       wolle mit einer Stimme sprechen, was die Situation in Syrien angeht.
       Während der Beratungen hätten die 15 Ratsmitglieder „großen Respekt und
       großes Verständnis“ gezeigt, für das, was gerade vor Ort passiert. Wood
       sagte, der Sturz Assads sei eine Chance für ein demokratisches Syrien, das
       die Menschenrechte und die Würde des syrischen Volkes achte. Gleichzeitig
       gebe es große Risiken, und „wir wollen versuchen, die Chancen zu nutzen,
       bevor andere ruchlose Akteure versuchen, dies für nicht so gute Zwecke
       auszunutzen“. (ap)
       
       ## Nach Umsturz in Syrien: Nationalmannschaft mit neuen Trikots
       
       Nach dem Sturz der Regierung von Machthaber Baschar al-Assad will die
       syrische Fußball-Nationalmannschaft künftig in neuen Farben auflaufen. Auf
       [1][Facebook] veröffentlichte der Verband das Foto einiger Spieler in
       grünen Trikots. Bislang hatte die Auswahl in Rot gespielt. Es sei eine
       „historische Veränderung in der Geschichte des syrischen Sports, fern von
       Vetternwirtschaft und Korruption“, hieß es in dem Post von Sonntag. Der
       Verband änderte in den sozialen Netzwerken auch sein Logo. Darauf sind
       ebenfalls vor grünem Hintergrund ein Falke, ein Fußball und drei rote
       Sterne zu sehen. Es ähnelt der Flagge der syrischen Revolutionäre – grün,
       weiß, schwarz mit roten Sternen. Die Regierung unter Langzeitmachthaber
       Assad hatte eine rot-weiß-schwarze Flagge mit zwei grünen Sternen genutzt.
       (dpa)
       
       ## Iran: 4.000 Staatsbürger aus Syrien heimgekehrt
       
       Innerhalb von nur drei Tagen haben rund 4.000 iranische Staatsangehörige
       Syrien verlassen. Wie Irans Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani in
       Teheran sagte, erfolgte die Ausreise auf zehn dafür organisierten Flügen
       der iranischen Airline Mahan. Iran war neben Russland der wichtigste
       Verbündete von Machthaber Baschar al-Assad. Als die Offensive der Rebellen
       Ende November begann, befand sich der Iran in einer schlechten Position,
       „um eine wirksame Intervention zur Unterstützung Assads zu starten“,
       schreibt die Expertin Nicole Grajewski für die Denkfabrik Carnegie.
       
       Syrien war Teil der sogenannten Widerstandsachse und Irans Landkorridor zum
       Libanon, wo die Staatsführung die Schiitenorganisation Hisbollah
       unterstützte. Dies war Teil der iranischen Strategie, dem Erzfeind Israel
       zu begegnen. In den vergangenen 13 Jahren soll Iran umgerechnet zwischen 30
       und 50 Milliarden US-Dollar in Syrien investiert haben, schreibt Grajewski.
       (dpa)
       
       Syrische Rettungskräfte: Keine unterirdischen Zellen in Saidnaja-Gefängnis
       entdeckt
       
       Die syrischen Hilfsorganisation Weißhelme hat ihre Suchaktion im
       berüchtigten Gefängnis Saidnaja nahe Damaskus nach eigenen Angaben beendet.
       Die Suche nach weiteren Häftlingen „in möglicherweise unentdeckten geheimen
       Zellen und Kellern“ sei ergebnislos abgeschlossen worden, erklärten die
       Weißhelme am Dienstag. Es seien keine unterirdische Verliese entdeckt
       worden. Nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad waren am Montag
       zahlreiche Menschen zum Saidnaja-Gefängnis geströmt, um nach teils seit
       Jahren inhaftierten Angehörigen zu suchen. Wie AFP-Journalisten
       berichteten, versammelten sich bis zum Abend tausende Menschen vor der
       mehrstöckigen Haftanstalt nördlich der Hauptstadt. Das Saidnaja-Gefängnis
       steht für die Brutalität der jahrzehntelangen Herrschaft der Assad-Familie.
       Baschar al-Assad hatte bei seinem Amtsantritt im Jahr 2000 von seinem
       verstorbenen Vater Hafis al-Assad einen Apparat von Gefängnissen und
       Haftanstalten übernommen, in denen Andersdenkende weggesperrt wurden. (afp)
       
       ## Joachim Herrmann: Niemand will ab morgen Syrer abschieben
       
       Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mahnt nach dem Sturz
       des Diktators Baschar al-Assad zu einem differenzierten Umgang mit den nach
       Deutschland geflohenen Syrern. Für eine Lagebeurteilung sei es wenige Tage
       dem Sieg der islamistischen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) noch zu früh,
       sagte Herrmann am Dienstag im Deutschlandfunk. Niemand habe gesagt, „dass
       morgen mit Abschiebungen begonnen werden sollte“. Wegen des Bürgerkrieges
       in Syrien, der 2011 mit einem Volksaufstand gegen das Assad-Regime begonnen
       hatte, waren Hunderttausende aus dem Land nach Deutschland geflohen. Nach
       Angaben des Bundesinnenministeriums leben knapp eine Million Syrerinnen und
       Syrer in Deutschland.
       
       Der CSU-Politiker Herrmann sprach sich dafür aus, jenen eine finanzielle
       Unterstützung zu geben, die nach Syrien zurückkehren wollen, wenn sich dort
       die Lage stabilisiert. Auf der anderen Seite seien eine ganze Reihe der
       Geflüchteten in Deutschland inzwischen auch „bestens integriert“. Diese
       hätten einen Arbeitsplatz und würden „dringend gebraucht“.
       Selbstverständlich komme niemand auf die Idee, „so jemanden wieder aus dem
       Land bringen zu wollen“. (epd)
       
       ## Religionsbeauftragter: Skepsis und Hoffen bei Minderheiten
       
       Der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Frank Schwabe
       (SPD), sieht das Gewähren religiöser Vielfalt in Syrien als Bedingung für
       die Unterstützung einer künftigen Regierung in dem Land. Die Hoffnung sei,
       dass die Islamisten, die den Diktator Baschar al-Assad gestürzt haben,
       „daran interessiert sind, internationale Unterstützung zu gewinnen und sich
       deshalb an gewisse Bedingungen halten“, sagte Schwabe dem Kölner
       Bistumssender „domradio.de“. Der SPD-Bundestagsabgeordnete sprach in dem am
       Dienstag veröffentlichten Interview von einer Erleichterung, dass das
       syrische Terrorregime ein Ende gefunden habe. „Andererseits bleibt die
       Sorge, was die neuen Machthaber nun tun werden und wie das die Menschen im
       Land betrifft“, sagte Schwabe. Wer mit Minderheiten in Syrien spreche,
       spüre Skepsis, „aber auch ein wenig Hoffnung, dass vielleicht der
       schlimmste Fall ausbleibt“.
       
       Schwabe sprach sich dafür aus, deutsche Hilfen für das Land an klare
       Bedingungen zu knüpfen. „Bisher war die deutsche Haltung sehr
       zurückhaltend. Selbst auf Bitten christlicher Gemeinden in Syrien haben wir
       weder Hilfsgüter geliefert noch Wiederaufbauprojekte oder
       Entwicklungszusammenarbeit unterstützt“, erläuterte er. „Sollte die neue
       Führung in Syrien eine positive Entwicklung zeigen, könnten wir unser
       Engagement ausbauen.“ (epd)
       
       ## Dutzende Leichen mit Folterspuren in Klinik entdeckt
       
       Nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad in Syrien haben
       islamistische Kämpfer in einem Krankenhaus nach eigenen Angaben dutzende
       Leichen mit Folterspuren entdeckt. In der Leichenhalle einer nahe der
       Hauptstadt Damaskus gelegenen Klinik habe er am Montag die sterblichen
       Überreste von etwa 40 Menschen gesehen, sagte einer der Kämpfer, Mohammed
       al-Hadsch, der Nachrichtenagentur AFP. Beim Öffnen der Leichenhalle habe
       sich ihm „ein grauenhafter Anblick“ geboten. „Etwa 40 Leichen waren
       aufgestapelt und wiesen Anzeichen grausamer Folter auf“, sagte der Kämpfer.
       AFP liegen dutzende Fotos und Videoaufnahmen von Leichen vor, die
       Folterspuren aufweisen: ausgestochene Augen und fehlende Zähne,
       Blutspritzer und Blutergüsse.
       
       Die Leichen wurden in weiße Tücher eingewickelt oder in weiße Plastiksäcke
       gesteckt, die mit Namen oder Zahlen markiert waren. Einige der Toten waren
       bekleidet, während andere nackt waren. Einige von ihnen waren offenbar erst
       kürzlich getötet worden. Die Leichen wurden nach Angaben von al-Hadsch in
       ein Krankenhaus nach Damaskus gebracht, damit sie von ihren Angehörigen
       identifiziert werden können. Nach Angaben der Vereinigung der Inhaftierten
       und Vermissten des Sednaja-Gefängnisses (ADMSP) handelt es sich bei den
       Leichen vermutlich um Insassen des berüchtigten Gefängnisses. Das
       Sednaja-Gefängnis steht für die Brutalität der jahrzehntelangen Herrschaft
       der Assad-Familie. Baschar al-Assad hatte bei seinem Amtsantritt im Jahr
       2000 von seinem verstorbenen Vater Hafis al-Assad einen Apparat von
       Gefängnissen und Haftanstalten übernommen, in denen Andersdenkende
       weggesperrt wurden. (afp)
       
       ## AFP-Journalisten: Laute Explosionen in Damaskus zu hören
       
       In der syrischen Hauptstadt Damaskus sind am frühen Dienstagmorgen nach
       Angaben von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP laute Explosionen zu
       hören gewesen. Zuvor hatten die Aktivisten der Syrischen Beobachtungsstelle
       für Menschenrechte gemeldet, dass Israel seit dem Sturz des syrischen
       Machthabers Baschar al-Assad rund 250 Luftangriffe auf Syrien geflogen
       habe. Demnach hat die israelische Armee „die wichtigsten militärischen
       Anlagen in Syrien zerstört“. Unter anderem habe Israel in den vergangenen
       48 Stunden Flughäfen, Waffen- und Munitionslager sowie militärische
       Forschungszentren ins Visier genommen, erklärte die
       Aktivisten-Organisation. (afp)
       
       ## Auch Italien und Großbritannien setzen Asylverfahren für Syrer aus
       
       Angesichts der Lage in Syrien setzen auch Großbritannien und Italien
       vorläufig ihre Asylverfahren für Menschen aus dem Bürgerkriegsland aus.
       Damit folge man dem Beispiel anderer europäischer Partner, teilte die
       italienische Rechtsregierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni mit.
       Zuvor war Meloni mit Ministern in Rom zur Bewertung der Entwicklung der
       Lage in Syrien zusammengekommen. Ein Sprecher des britischen
       Innenministeriums teilte ebenfalls mit, man habe Entscheidungen über
       Asylanträge von Syrern ausgesetzt, „während wir die gegenwärtige Situation
       überprüfen“. Auch in Deutschland hat das Bundesamt für Migration und
       Flüchtlinge (Bamf) vorerst alle Entscheidungen über Asylanträge aus dem
       arabischen Land gestoppt. (dpa)
       
       ## US-Justizministerium: Klage gegen zwei syrische Ex-Geheimdienstler
       
       Die USA klagen zwei ehemalige syrische Geheimdienstmitarbeiter wegen
       mutmaßlicher Kriegsverbrechen an. Den beiden Geheimdienstoffizieren der
       syrischen Luftwaffe wird Grausamkeit und Unmenschlichkeit gegenüber zivilen
       Häftlingen, darunter auch US-Bürgern, während des Bürgerkriegs vorgeworfen,
       wie das US-Justizministerium mitteilt. Es seien Haftbefehle erlassen
       worden, sie seien weiter auf freiem Fuß. Die Beschuldigten konnten zunächst
       nicht für eine Stellungnahme erreicht werden. (rtr)
       
       Netanjahu: Wir ändern das Gesicht des Nahen Ostens
       
       Israel ist den Worten von Regierungschef Benjamin Netanjahu zufolge dabei,
       nach dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad „das Gesicht des
       Nahen Ostens zu verändern“. Israel besiege seine Feinde „Schritt für
       Schritt“ in einem „Existenzkrieg, der uns aufgezwungen wurde“, sagte
       Netanjahu am Abend vor der Presse in Jerusalem. Assads Syrien sei dabei
       „das wichtigste Glied in Irans Achse des Bösen“ gewesen. Es habe Hass
       gegenüber Israel geschürt, es im Jom-Kippur-Krieg 1973 angegriffen und sei
       eine „Waffenpipeline“ vom Iran zur Hisbollah im Libanon gewesen, sagte er.
       Der Zusammenbruch des syrischen Regimes sei eine „direkte Folge der
       schweren Schläge“, die Israel der islamistischen Hamas im Gazastreifen, der
       Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon und dem Iran versetzt habe, sagte
       Netanjahu. Irans „Achse des Bösen“ sei jedoch noch nicht verschwunden. Aber
       „wir sind dabei, das Gesicht des Nahen Ostens zu verändern“, sagte
       Netanjahu. „Der Staat Israel etabliert sich zu einem Machtzentrum in
       unserer Region, wie es seit Jahrzehnten nicht mehr der Fall war“. Laut
       Aktivisten fliegt Israel seit Assads Sturz schwere Angriffe in Syrien.
       (dpa)
       
       ## Aktivisten: Israel fliegt mehr als 100 Angriffe auf militärische Ziele
       in Syrien
       
       Israel hat Aktivisten zufolge mehr als 100 Luftangriffe auf militärische
       Ziele in Syrien geflogen. Unter den Zielen befinde sich ein
       Forschungszentrum, das vom Westen verdächtigt wird, Verbindungen zur
       Chemiewaffenproduktion in Damaskus zu haben, erklärte die Syrische
       Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. „Israelische
       Kampfflugzeuge haben heute über 100 Angriffe in Syrien geflogen, darunter
       auch auf auf das Forschungszentrum Barsah“, sagte der Leiter der
       Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP am
       Montag. Rahman erklärte, es habe „verstärkte israelische Angriffe“ gegeben,
       um die militärischen Kapazitäten des ehemaligen Regimes zu zerstören. Zu
       den Zielen gehörten Waffendepots in der östlichen Provinz Deir Essor und in
       der Nähe des Militärflughafens Kamischli im Nordosten des Landes. Auch
       Schiffe der syrischen Marine im Hafen Latakia seien zerstört worden. (afp)
       
       ## Blinken warnt vor Wiedererstarken des IS in Syrien
       
       US-Außenminister Antony Blinken warnt vor einem Wiedererstarken der
       Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Zwar biete das Ende des
       Regimes von Baschar al-Assad eine historische Chance, sagt er in
       Washington. Es bestünden jedoch auch erhebliche Risiken. So werde der IS
       die Situation nutzen, um sich neu aufzustellen und sichere Häfen zu
       schaffen. „Wir werden das nicht zulassen, wie unsere Präzisionsangriffe am
       Wochenende zeigten.“ Das US-Militär griff nach eigenen Angaben am Sonntag
       IS-Ziele in Syrien an. Die Miliz hatte 2014 große Teile von Syrien und des
       Irak eingenommen und ein Kalifat ausgerufen. Eine US-geführte Koalition
       trieb sie 2019 zurück. (rtr)
       
       ## Katar nimmt Kontakt auf
       
       Katar hat einem Insider zufolge Kontakt zu den siegreichen Rebellen in
       Syrien aufgenommen. Für Dienstag seien nun Gespräche mit dem Leiter der
       Übergangsregierung, Mohammed al-Baschir, geplant, sagt ein über den Vorgang
       unterrichteter Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Eine
       Stellungnahme der katarischen Regierung liegt zunächst nicht vor. Das
       arabische Land ist ein enger Verbündeter der USA und hat in der Region
       immer wieder eine Vermittlungsrolle eingenommen. (rtr)
       
       ## Erdoğan: Türkei strebt keine Ausweitung ihres Staatsgebiets nach Syrien
       an
       
       Die Türkei hat nach Angaben ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan kein
       Interesse daran, ihr Staatsgebiet nach Syrien auszudehnen. „Die Türkei hat
       kein Auge auf das Gebiet eines anderen Landes geworfen“, sagte Erdoğan am
       Montag nach einer Kabinettssitzung in Ankara. „Das einzige Ziel unserer
       grenzüberschreitenden Einsätze ist es, unser Heimatland vor
       Terroranschlägen zu schützen“, fügte er mit Bezug auf Angriffe auf kurdisch
       geführte Streitkräfte im Nordosten Syriens hinzu. „Die territoriale
       Integrität Syriens muss unbedingt gewahrt werden“, verdeutlichte der
       türkische Präsident.
       
       Seit 2016 hat die Türkei mehrere Offensiven gegen kurdische Kräfte in der
       Region gestartet. Ankara zufolge ist das Ziel die Verdrängung kurdischer
       Kämpfer, vor allem der Kurdenmiliz YPG, die von Washington als Bollwerk
       gegen die Dschihadisten der Gruppe Islamischer Staat (IS) unterstützt
       werden. Ankara betrachtet die YPG jedoch als verlängerten Arm der in der
       Türkei als terroristisch eingestuften und verbotenen Arbeiterpartei
       Kurdistans (PKK). Erdoğan erklärte, die Türkei werde beide Gruppen genau
       beobachten und ihnen nicht erlauben, die Situation in Syrien auszunutzen.
       (afp)
       
       Nach Umsturz in Syrien: Scholz telefoniert mit Macron
       
       Bundeskanzler Olaf Scholz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben
       sich in einem Telefongespräch über die Lage in Syrien ausgetauscht. „Beide
       waren sich einig, dass man bereit sei, mit den neuen Machthabern
       zusammenzuarbeiten, auf der Basis grundlegender Menschenrechte und dem
       Schutz ethnischer und religiöser Minderheiten“, teilte Regierungssprecher
       Steffen Hebestreit am Abend in Berlin mit. Scholz und Macron begrüßten das
       Ende der Herrschaft von Baschar al-Assad, denn Assad habe dem syrischen
       Volk furchtbares Leid und seinem Land großen Schaden zugefügt. Sie
       unterstrichen, wie wichtig es sei, die territoriale Integrität und
       Souveränität Syriens zu erhalten. Gemeinsam wolle man darauf hinarbeiten,
       das Engagement der Europäischen Union in Syrien zu verstärken,
       einschließlich der Unterstützung eines inklusiven politischen Prozesses in
       Syrien, so Hebestreit. Man werde dabei eng koordiniert mit den Partnern im
       Nahen Osten über das weitere Vorgehen beraten. (dpa)
       
       ## UN: Israelische Truppen in entmilitarisierter Pufferzone zu Syrien
       
       Die Vereinten Nationen haben der israelischen Armee vorgeworfen, mit ihrem
       Vorrücken in die entmilitarisierte Pufferzone zu Syrien gegen ein
       Waffenstillstandsabkommen von 1974 zu verstoßen. Die Blauhelmmission Undof
       habe bestätigt, dass die israelischen Streitkräfte in das Gebiet
       eingedrungen seien, sich dort bewegten und an mindestens drei Orten präsent
       seien, teilte UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Montag mit. Israels Militär
       selbst habe Undof darüber informiert, dass es nach dem Sturz des syrischen
       Machthabers Baschar al-Assad als vorübergehende Verteidigungsmaßnahme in
       das Areal eingerückt sei, um zu verhindern, dass „nichtstaatliche
       bewaffnete Gruppen“ dort die Kontrolle übernähmen.
       
       Die israelischen Streitkräfte behielten sich das Recht vor, gegen jegliche
       Bedrohung gegen Israel vorzugehen, zitierte Dujarric. Die Blauhelme hätten
       israelische Gesprächspartner darauf hingewiesen, dass diese Aktionen eine
       Verletzung des Entflechtungsabkommens von 1974 darstellten, laut dem es in
       dem Gebiet keine Truppen oder militärischen Aktionen geben dürfe. Israel
       und Syrien müssten sich weiterhin an die Auflagen der Vereinbarung halten.
       Die Pufferzone liegt zwischen Syrien und den israelisch besetzten
       Golanhöhen. Diese eroberte Israel im Sechstagekrieg 1967 von Syrien. Nach
       dem Jom-Kippur-Krieg 1973 votierte der UN-Sicherheitsrat für die Bildung
       der Truppe Undof, die in der fast 400 Quadratkilometer großen
       entmilitarisierten Zone patrouilliert. Die sogenannte Alpha-Linie der
       Pufferzone darf von Israel nicht übertreten werden, für die zweite
       Demarkation – die Bravo-Linie – gilt das Gleiche für das syrische Militär.
       (ap)
       
       Assads Baath-Partei unterstützt Übergangsphase in Syrien
       
       Die Baath-Partei von Syriens gestürztem Machthaber Baschar al-Assad will
       den politischen Übergang in dem Bürgerkriegsland unterstützen. „Wir werden
       für eine Übergangsphase in Syrien sein mit dem Ziel, die Einheit des Landes
       zu verteidigen“, teilte der Generalsekretär der Partei, Ibrahim al-Hadid,
       arabischen Medien zufolge mit. Auf der Website der Partei war Assad
       zugleich noch als „Herr Präsident“ mit Foto aufgeführt. Die Baath-Partei
       war in Syrien seit den 1960er Jahren Regierungspartei. Mit ihr kam Baschar
       al-Assads Vater Hafis an die Macht, der das Land bis zu seinem Tod im Jahr
       2000 regierte. Im Irak war sie auch die Partei von Diktator Saddam Hussein,
       der im Jahr 2003 gestürzt und später hingerichtet wurde.
       
       Auch die örtlichen Anführer in Kardaha, dem Herkunftsort der Assad-Familie
       im alawitischen Kernland, erklärten ihre Unterstützung für die
       aufständischen Milizen. Ziel sei, „ein neues Syrien auf Grundlage von
       Harmonie und Liebe des Volks“ aufzubauen, heißt es in einem Schreiben, das
       Syrien-Experte Charles Lister bei X veröffentlichte. Die örtlichen Führer
       würden auch zulassen, dass bewaffnete Kräfte Kardaha und Umgebung
       überwachen. (ap)
       
       ## UN-Generalsekretär führt Gespräche über Syrien-Wiederaufbau
       
       UN-Generalsekretär António Guterres hat mit dem türkischen Außenminister
       Hakan Fidan und Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani
       über Wege zum Wiederaufbau der Institutionen in Syrien nach dem Sturz des
       Machthabers Baschar al-Assad gesprochen. Dabei sei es um die Frage
       gegangen, wie es gelingen könne, dass die Institutionen inklusiv seien,
       Rechte von Minderheiten schützten und Syriens territoriale Integrität
       wiederherstellten, teilte UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Montag mit.
       Guterres und seine Top-Berater, etwa der UN-Sondergesandte für Syrien, Geir
       Pedersen, würden sich in Gesprächen mit anderen wichtigen Akteuren und
       Parteien weiterhin für diese Themen stark machen.
       
       Im Hinblick auf die humanitäre Lage in Syrien erklärte Dujarric, dass mehr
       als 16 Millionen Menschen im Land auf Hilfe angewiesen seien. Es gebe
       großen Bedarf an zusätzlicher Ausrüstung für Unterkünfte sowie
       Nahrungsmitteln und sanitären Anlagen. Unter Berufung auf
       Partnerorganisationen der UN ergänzte Dujarric, dass rund eine Million
       Menschen zwischen dem 28. November und dem vergangenen Sonntag in Syrien
       vertrieben worden seien, insbesondere aus den Provinzen Aleppo, Hama, Homs
       und Idlib. (ap)
       
       ## OPCW mahnt Syrien zur Sicherung seiner Chemiewaffen
       
       Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hat die syrischen
       Behörden nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad aufgefordert, die
       Chemiewaffen in dem Land abzusichern. Die OPCW habe Syrien auf die
       „höchstrangige Bedeutung der Gewährleistung der Sicherheit und Sicherung
       aller Materialien und Einrichtungen im Zusammenhang mit chemischen Waffen“
       hingewiesen, erklärte die Organisation am Montag. Die Miliz Hajat Tahrir
       al-Scham (HTS) sagte zu, diese Waffen vor dem Zugriff „verantwortungsloser
       Hände“ zu sichern.
       
       Syrien hatte 2013 dem Beitritt zur OPCW zugestimmt, nachdem ein
       Chemiewaffenangriff nahe Damaskus mehr als 1.400 Menschen getötet hatte.
       Die syrische Regierung gab damals ihre deklarierten Chemiewaffenvorräte zur
       Vernichtung frei. Die OPCW hat seither jedoch immer befürchtet, dass die
       Angaben unvollständig waren und es noch immer solche Waffen im Land gibt.
       
       Die syrische Erklärung zum Chemiewaffenprogramm könne „immer noch nicht als
       richtig und vollständig angesehen werden“, warnte die Organisation jetzt.
       Es bestünden „weiterhin ernsthafte Bedenken hinsichtlich der
       Vollständigkeit“ der syrischen Erklärung und des Verbleibs „großer Mengen
       nicht erfasster chemischer Waffen“. Die OPCW sei bereit, mit den syrischen
       Behörden und internationalen Organisationen in dieser Frage
       zusammenzuarbeiten, hieß es weiter. (afp)
       
       ## USA verhängen Sanktionen gegen Schwiegervater Assads
       
       Die USA haben Sanktionen gegen den Schwiegervater des gestürzten syrischen
       Machthabers Baschar al-Assad verhängt. Fawaz al-Akhras habe Assad in der
       Vergangenheit in Geldangelegenheiten und bei der Umgehung internationaler
       Sanktionen unterstützt, teilte das Finanzministerium in Washington mit. Mit
       der Sanktionierung werden mögliche Vermögenswerte von al-Akhras in den USA
       eingefroren. Zugleich müssen Geldhäuser die US-Behörden über etwaige
       Geschäfte mit ihm informieren.
       
       Al-Akhras hat die syrische und die britische Staatsbürgerschaft und war als
       Kardiologe in London tätig. Seine dort zur Welt gekommene Tochter Asma
       heiratete Assad kurz nach dessen Regierungsantritt im Jahr 2000. Nach
       Angaben russischer Nachrichtenagenturen flohen Assad und seine Familie vor
       dem Vormarsch der Aufständischen in Syrien nach Russland, wo ihnen Asyl
       gewährt wurde. Der Aufenthaltsort von Assads Schwiegervater war zunächst
       unklar. Bei den britischen Behörden ist von ihm die Adresse eines Hauses im
       Westen Londons registriert. (afp)
       
       10 Dec 2024
       
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