# taz.de -- Nordkorea im Ukraine-Krieg: Der antiwestliche Block festigt sich
       
       > Nordkorea schickt Truppen nach Russland, damit diese gegen die Ukraine
       > kämpfen. Beide Regime haben einen Beistandspakt geschlossen.
       
 (IMG) Bild: Kim Jong Un (M) spricht mit Offizieren
       
       Ein Dementi aus Russland gibt es bisher nicht und das aus Nordkorea, dessen
       Regime ein massives Glaubwürdigkeitsproblem hat, überzeugt kaum. So könnten
       die Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes, der sich auch nicht
       unbedingt der Wahrheit verpflichtet fühlt, durchaus zutreffen. Ganz
       abgesehen davon, dass ukrainische Informationen Ähnliches besagen: Demnach
       wird [1][Nordkorea mit der Entsendung von zunächst 1.500 Soldaten,] die
       wohl schon in Russland vorbereitet werden, direkt im Ukraine-Krieg
       mitkämpfen. Weitere Nordkoreaner könnten folgen.
       
       Gab es im Sommer schon Hinweise, dass [2][Pjöngjang Russland
       Artilleriegranaten und womöglich Raketen geliefert hat] und beide Regime
       bei Putins Besuch einen Beistandspakt abschlossen, ist dies jetzt wenig
       überraschend. Die Angriffe der Ukraine auf die Region Kursk wären dafür
       jetzt ein passender Vorwand.
       
       Nordkoreas Militärhilfe zeigt die globalen Folgen des Ukraine-Kriegs.
       Nordkoreas mutmaßliche Intervention deutet auf Russlands Schwäche hin, das
       offenbar jede Hilfe nötig hat. Doch wird auch die Festigung eines
       antiwestlichen Blocks deutlich, in den selbst ein bisheriger Paria wie
       Nordkorea integriert wird und wozu jetzt auch Peking schweigt. Nordkorea
       hat schon öfter [3][China und Russland] gegeneinander ausgespielt. So
       dürfte Peking nicht begeistert sein, seinen Einfluss in Pjöngjang auf
       Kosten Russlands reduziert zu sehen. Aber China ist es wichtiger, dass „der
       Westen“ in der Ukraine nicht triumphiert, sondern dort dessen globale
       Dominanz weiter geschwächt wird.
       
       Nordkoreas Regime hat bisher lieber Hunderttausende Landsleute verhungern
       lassen als das Land für Hilfe im großen Stil zu öffnen. Jetzt nutzt es den
       Krieg, um auf Kosten seiner Soldaten seine Überlebenschancen zu stärken.
       Sein Militär soll Kampferfahrung in einem modernen Krieg sammeln und
       mutmaßlich Hilfen für das Regime mobilisieren. Das entpuppt sich erneut als
       skrupelloser Überlebenskünstler am Rande des Abgrunds. [4][Der Preis könnte
       eine Unterstützung Südkoreas] für die Ukraine sein und damit eine weitere
       Verfestigung militärisch-ideologischer Blöcke.
       
       22 Oct 2024
       
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