# taz.de -- das wird: „Wichtig, die Herzen zu erreichen“
       
       > In Osnabrück soll bessere Kommunikation den Klimaschutz voranbringen
       
       Interview Karima Küster 
       
       taz: Frau Rademacher, warum ist Kommunikation so wichtig, wenn es um
       Klimaschutz geht?
       
       Birgit Rademacher: Im Grunde genommen ist Kommunikation überall wichtig.
       Speziell bezogen auf das Ziel der Stadt Osnabrück, bis spätestens 2040
       klimaneutral zu werden, ist es extrem wichtig, dass wir viele Menschen
       erreichen. Klimaschutz wird Veränderungen hervorrufen, und gemeinsames
       Handeln ist notwendig. Kommunikation ist der Schlüssel für gemeinsame
       Abstimmung und Konsensbildung. Sie ist die Basis für gute Zusammenarbeit
       und Vertrauen.
       
       taz: Wie tragen die Klimabotschafter und -botschafterinnen dazu bei, die
       Klimaziele zu erreichen?
       
       Rademacher: Auf eine einfache Formel gebracht: Es sind Menschen, die
       Gesicht zum Klimaschutz zeigen. Viele haben eigene Projekte und zeigen
       damit, was möglich ist. Einige haben sich sogar selbstständig gemacht. Die
       Klimabotschafter fungieren als Multiplikatoren und bringen dem Thema
       dadurch Aufmerksamkeit. Sie tragen es in ihr eigenes Umfeld, sei es
       beruflich oder privat. Dadurch gibt es einen großen
       Vervielfältigungseffekt.
       
       taz: Die Klimabotschafter-Initiative konzentriert sich stark auf eine
       klimafreundliche Alltagsgestaltung. Auf Ihrer Website schreiben Sie: „Jeder
       muss einen Beitrag im Alltag leisten.“ Droht da nicht, dass größere
       politische und wirtschaftliche Strukturen zu wenig berücksichtigt werden?
       
       Rademacher: Nein, das denke ich nicht. Beim Thema Klimaschutz müssen wir
       beide Ebenen betrachten. Es ist extrem wichtig, systemisch heranzugehen und
       gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Auch auf Bundes-, Landes- und
       globaler Ebene darf noch einiges gemacht werden. Gleichzeitig ist es
       wichtig, sich auf das zu konzentrieren, was im Kleinen getan werden kann.
       Außerdem sind die Initiative und das Engagement von unten auch für die
       Politik wichtig, um zu zeigen, dass Klimaschutz gewollt ist. Damit werden
       Akzeptanz und Aufmerksamkeit geschaffen.
       
       taz: Wie sieht gute Klimakommunikation konkret aus? 
       
       Rademacher: Natürlich ist zunächst ein fundiertes Wissen wichtig, damit es
       nicht zu Falschinformationen kommt. Dann ist es aber auch entscheidend, die
       Herzen zu erreichen und Vertrauen zu schaffen. Man muss dem anderen
       wirklich zuhören und dessen Bedenken aufgreifen. Die Kommunikation muss von
       Respekt und Wertschätzung getragen sein. Inhaltlich geht es bei Klimaschutz
       natürlich auch darum, die Dringlichkeit darzustellen – aber auch Hoffnung
       zu machen und Handlungsmöglichkeiten zu zeigen. Dabei hilft es sehr, den
       Fokus drauf zu legen, was es vor Ort gibt und wirklich im Leben der
       Menschen anzusetzen.
       
       9 Aug 2024
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Karima Küster
       
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