# taz.de -- Schwamm drüber
       
       > Schwammstädte können viel Wasser aufnehmen und geben es kontrolliert
       > wieder ab. Kopenhagen macht es vor, Berlin folgt
       
       In Städten wird dicht an dicht gebaut. Die Folge: Der Boden ist mit Beton
       versiegelt, das Regenwasser kann nicht versickern und läuft meist in die
       Kanalisation ab. Ist diese voll, quillt der Regen aus den Gullys wieder
       heraus und überschwemmt die Straßen. Weil sich Starkregen und
       Überschwemmungen häufen, müssen Städte also umdenken und umbauen. Sie
       verwandeln sich zunehmend in Schwammstädte.
       
       In einer Schwammstadt werden Flächen geschaffen, die Wasser aufnehmen und
       später wieder abgeben können – wie ein Schwamm eben. Kopenhagen baut sich
       nach mehreren Überflutungen bereits seit über zehn Jahren zur Schwammstadt
       um. [1][Berlin nimmt die dänische Hauptstadt zum Vorbild], denn auch dort
       sind die Kanäle schon seit Jahrzehnten strapaziert.
       
       Wie eine Schwammstadt aussieht, kann man in Berlin in Adlershof, in Grünau
       oder an der Rummelsburger Bucht beobachten: Regen wird auf begrünten
       Dächern gespeichert, an bewachsenen Fassaden, in Teichen und Tümpeln, in
       kleinen Parks, auf Bolzplätzen. In Wohngebieten halten tiefergelegte Mulden
       und unterirdische Behälter wie Baumrigolen das Wasser bei heftigen
       Unwettern zurück. Parkplätze und Höfe werden entsiegelt und mit
       wasserdurchlässigem Belag gepflastert.
       
       Die Schwammstadt soll aber nicht nur vor Hochwasser schützen, sondern auch
       für Abkühlung sorgen. Das gespeicherte Wasser verdunstet auf den begrünten
       Gebäuden und kühlt die Stadt herunter, so wie Schweiß auf der Haut den
       Körper kühlt. Auch Hamburg, München und Leipzig passen sich so bereits an
       die globale Erwärmung an.
       
       22 Jun 2024
       
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