# taz.de -- Die Wanne füllen
> Flutet das Becken im Hinterland, bleibt die Stadt verschont. Nach dieser
> Logik funktionieren Rückhaltebecken
Neben dem Deichbau am Fluss setzen die Kommunen auf Rückhaltebecken und
Talsperren im Hinterland. Die Becken werden günstig mit Erde oder teurer
als Betonbau angelegt. An Städten oder Autobahnen können die Senken im
Boden dann mit Wasser volllaufen. Die Sperren bremsen einen See oder Fluss.
Sie können kurzfristig übermäßige Zuflüsse speichern und somit Siedlungen
und Infrastruktur schützen. Sinken die Wasserpegel wieder, wird sozusagen
der Stöpsel gezogen und das Wasser fließt kontrolliert in den Bach oder
Fluss ab. Hauptsächlich sind diese Riesenwannen für den Hochwasserschutz
gedacht. Sie können aber auch der Stromerzeugung oder Trinkwasserversorgung
dienen.
Die Maßnahme greift: Bei dem Starkregen-Wochenende Anfang Juni bewahrte ein
frisch in Betrieb genommener Hochwasserdamm das badische Biberach vor einer
gefluteten Innenstadt. [1][Die Katastrophe im Ahrtal] hätte sich durch
Rückhaltebecken ebenfalls verhindern lassen, zeigen zwei Gutachten. 19
dieser künstlichen Anlagen mit bis zu 30 Meter hohen Staumauern sollen nun
dort gebaut werden. Das kostet und wird Jahrzehnte dauern.
In Bayern beschweren sich derweil einige Kommunen, die gerade überschwemmt
wurden. Dort waren ähnliche Becken schon zur Jahrtausendwende geplant,
wurden aber bis heute nicht gebaut.
Einer EU-Studie zufolge sind Rückhaltegebiete allgemein die effektivste und
vergleichsweise billigste Methode, um Hochwasserwellen zu kappen und
Schäden klein zu halten. Die Kosten für die Schäden, die jährlich in Europa
durch Überflutungen entstehen, werden auf 44 Milliarden Euro geschätzt. Die
Rückhaltegebiete könnten den Betrag auf acht Milliarden Euro senken.
22 Jun 2024
## LINKS
(DIR) [1] /!5863831&SuchRahmen=Print
## AUTOREN
(DIR) Philipp Brandstädter
## ARTIKEL ZUM THEMA