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 (IMG) Bild: Gemütliches Beisammensitzen am Radium-Kamin. Eine Zukunftsvision aus dem Jahr 1912
       
       Es leuchtet im Dunkeln und sollte sogar gut für die Gesundheit sein:
       Radium. 1898 entdeckten Marie und Pierre Curie das [1][hochradioaktive]
       Element und lösten damit große Begeisterung aus. Reiche Menschen konnten
       sich bald radiumhaltige Bäder, Butter, Unterwäsche, Hautcremes und
       [2][Zahnpasta] kaufen. Radium sollte die Haut glätten, Heuschnupfen heilen
       und gut für die Potenz sein. Auch als Lichtquelle war Radium beliebt. Durch
       radioaktive Farbe konnten zum Beispiel Ziffernblätter von Uhren im Dunkeln
       leuchten. Man glaubte, dass es im Jahr 2000 sogar Kamine geben würde, die
       durch Radium leuchten.
       
       Als sich ab den 1920er-Jahren die Erkrankungen und Todesfälle häuften,
       erkannten die Menschen, wie gefährlich Radium ist. Ein bekanntes Beispiel
       sind die „Radium Girls“. Die Fabrikarbeiterinnen malten die Ziffernblätter
       auf Uhren. Um die Pinsel spitz zu halten, leckten die Frauen sie an. Dabei
       schluckten sie jedes Mal eine kleine Mengen radioaktiver Farbe und
       verstrahlten sich unwissentlich selbst. 1927 verklagten einige der
       erkrankten Frauen in den USA deshalb ihren Arbeitgeber. Heute wird
       Strahlentherapie nur noch in der Nuklearmedizin verwendet, etwa zur
       Behandlung von bösartigen Tumoren. Katharina Höring
       
       13 Apr 2024
       
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