# taz.de -- herzensort: Ein Traum aus Blütenschaum
       
       Achtung, Triggerwarnung: In diesem kleinen Text wird das Wort „Heimat“
       verwendet. Wer jetzt also nach politischer Aufladung suchen will, kann das
       gerne tun – und wer traurig wird, weil er schon viel zu lange keine
       Streuobstwiesen zur Blütezeit mehr erlebt hat, dem sei ein Taschentuch
       gereicht. Denn das ist wirklich ein Verlust. An Ostern fahre ich „nach
       Hause“, das sage ich immer noch zu dem Dorf im Badischen, in dem ich
       aufgewachsen bin. Jedes Jahr monitore ich in den Wochen zuvor die Lage der
       Ostertage im Kalender, aber auch Sonnenstunden und Temperatur vor Ort,
       denn: Von diesen Faktoren hängt ab, ob dann, wenn ich in der alten Heimat
       bin, das ganze hügelige, im Frühjahr saftig grüne Land sich in ein Paradies
       verwandelt. Auf einer Postkarte der reine Kitsch, wenn ich drinstehe ein
       Traum: Erst der Blütenschaum in Rosa und Weiß (Kirsche), dann
       großblütig-opulent (Apfel) und bodenständig (Birne) – wenig lässt mein
       Großstadtdiaspora-Herz mehr jubeln als der Blick auf Bäume, die sich in
       riesige Blumensträuße verwandeln. Am Horizont die ersten Schwarzwaldhügel,
       Amselgeflöt und Bienensummen. An Ostern ist meine Welt noch in Ordnung.
       Dunja Batarilo
       
       23 Mar 2024
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dunja Batarilo
       
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