# taz.de -- Regierungsbildung in den Niederlanden: Den Ausweg wagen
       
       > Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders kriegt’s nicht gebacken.
       > Eine von ihm erhoffte rechte Koalition wird immer unwahrscheinlicher.
       
 (IMG) Bild: Hat die Gespräche mit dem Rechtspopulisten Geert Wilders platzen lassen: Pieter Omtzigt
       
       Es ist vorbei. Die rechte Vier-Parteien-Koalition unter Geert Wilders, über
       die zwei Monate lang verhandelt wurde, wird nicht kommen. Einen Tag nachdem
       Pieter Omtzigt, Chef des Nieuw Sociaal Contract, seinen Ausstieg
       verkündete, ist diese Erkenntnis bei den verbliebenen drei Parteien
       angekommen.
       
       Eine Chance auf eine rechnerische Mehrheit gibt es für die Gruppe nicht
       mehr, eine Minderheitsregierung, die nicht zuletzt bei Omtzigt hoch im Kurs
       lag, hat sich nach dessen überstürztem Abschied ebenso erledigt. Wie es
       weitergehen soll, weiß niemand.
       
       Einmal mehr steuern die Niederlande damit auf eine langfristige Phase der
       Regierungsbildung hin, die auch als Ausdruck der latenten politischen Krise
       im Land erscheint. Für die Wähler*innen der rechtspopulistischen
       Freiheitspartei stellt dieser Zustand zudem den x-ten Beweis dar, dass das
       Establishment die PVV und ihren Zampano Geert Wilders um jeden Preis von
       der Macht fernhalten will. Der Name Pieter Omtzigt ist in diesen Kreisen
       final beschädigt.
       
       ## Motiv einer „gestohlenen Wahl“
       
       Der Weg aus dieser Sackgasse kann nur in einer neu zusammengestellten
       Koalitionsformel bestehen. Dazu müssten sich Omtzigts NSC, die
       liberal-rechte VVD und womöglich die Bauer-Bürger-Bewegung BBB umdrehen und
       nach links orientieren. Mit der rot-grünen Liste hätten sie eine stabile
       Mehrheit. Hier und da wird diese Option von Analyst*innen erwähnt –
       freilich hinter vorgehaltener Hand, denn man weiß, welchen Aufschrei sie im
       rechten Lager auslösen würde.
       
       Zugleich erscheint dieser Weg arithmetisch als der einzig gangbare.
       Voraussetzen würde er, sich der Debatte mit der enttäuschten
       PVV-Wählerschaft zu stellen, für die das Motiv einer „gestohlenen Wahl“ in
       diesem Fall naheliegend wäre. Und es hieße, dem von Wilders immer wieder
       bemühten Narrativ entgegenzutreten, „das Volk“ habe gesprochen [1][und sich
       für die PVV entschieden].
       
       Das ist keine leichte Aufgabe. Aber die Alternative wären Neuwahlen. Und da
       könnten [2][die Rechtspopulist*innen] laut Umfragen derzeit mit einem
       Drittel der Stimmen rechnen.
       
       9 Feb 2024
       
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 (DIR) Tobias Müller
       
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