# taz.de -- Sam Bankman-Fried verurteilt: Schuldspruch für Kryptounternehmer
       
       > Kryptounternehmer Bankman-Fried hatte Kundengelder in hochriskante
       > Investitionen, Spenden und Luxusimmobilien versenkt. Jetzt wurde er
       > verurteilt.
       
 (IMG) Bild: Für schuldig befunden: Kryptounternehmer Sam Bankman-Fried, hier im August in New York
       
       New York afp | Der unter anderem wegen [1][Betrugs und Geldwäsche
       angeklagte] ehemalige Kryptounternehmer Sam Bankman-Fried ist von einem New
       Yorker Gericht in allen sieben Anklagepunkten für schuldig befunden worden.
       Das Urteil fiel am Donnerstag nach fünfwöchigen Verhandlungen.
       Bankman-Fried drohen nun bis zu 110 Jahre Gefängnis. Das Strafmaß soll zu
       einem späteren Zeitpunkt verkündet werden. Der Gründer der [2][Pleite
       gegangenen Kryptowährungsplattform FTX] soll in großem Umfang Kundengelder
       veruntreut haben.
       
       Sein Anwalt Mark Cohen sagte: „Wir respektieren die Entscheidung der Jury,
       aber wir sind sehr enttäuscht angesichts des Ergebnisses.“ Bankman-Fried
       bleibe dabei, „dass er unschuldig ist und wird die gegen ihn erhobenen
       Anklagen weiterhin energisch anfechten“, versicherte Cohen.
       
       „Sprechen Sie ihn schuldig“, sagte die US-Staatsanwältin Danielle Sassoon
       vor den Geschworenen. Sie beschrieb Bankman-Fried als „talentierten,
       ehrgeizigen“ Menschen, der „die Arroganz hatte zu glauben, dass er mit dem
       Betrug davonkommen würde“. Bankman-Fried sei jemand, der Präsident der
       Vereinigten Staaten werden und, von Gier getrieben, FTX zur weltweit
       führenden Plattform für den Handel mit [3][Kryptowährungen] machen wollte.
       
       Die Verteidigung erklärte, Bankman-Fried sei ein unerfahrener
       Jungunternehmer, der in „gutem Glauben“ gehandelt habe und von den
       Umständen und der finanziellen Unfähigkeit enger Mitarbeiter überrannt
       worden war.
       
       ## Vorwurf: Veruntreuung
       
       Bankman-Fried soll rund 14 Milliarden Dollar (rund 13,3 Milliarden Euro) an
       FTX-Kundengeldern in den ebenfalls von ihm gegründeten
       Krypto-Investmentfonds Alameda Research umgeleitet haben. Das Geld wurde
       laut Anklage teils für hochriskante Investition genutzt.
       
       Die Hauptzeugin im Prozess war Bankman-Frieds Ex-Freundin und frühere
       Geschäftspartnerin Caroline Ellison. Sie sagte aus, dass sie und
       Bankman-Fried die Millionenbeträge veruntreut hatten. Bankman-Fried habe
       sie damals angewiesen, „diese Verbrechen zu begehen“.
       
       Bankman-Fried soll das Geld bei hochriskanten Investitionen verloren, für
       politische Spenden genutzt und für Luxusimmobilien auf den Bahamas
       verwendet haben. Er wurde nach der Pleite von FTX auf den Bahamas
       festgenommen, wo das Unternehmen seinen Sitz hatte, und an die USA
       ausgeliefert.
       
       3 Nov 2023
       
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