# taz.de -- Energiekonzerne kaufen billiger Gas: Auch Kunden sollen profitieren
       
       > Zwei Umlagen für Gas sind weggefallen. Ministerin Lemke (Grüne) will,
       > dass Versorger die Ersparnis schnell an Abnehmer weitergeben.
       
 (IMG) Bild: Nur ein kleiner Kostenfaktor neben der Heizung: Kochen mit Gas
       
       Berlin taz | Bundesverbraucherministerin [1][Steffi Lemke (Grüne)] fordert
       von der Energiebranche, Preisvorteile an Kund:innen weiterzugeben, die
       durch den Wegfall von Umlagen für Gas entstanden sind. „Auch wenn für
       Verbraucherinnen und Verbraucher die Preise für Erdgas nicht mehr die
       Spitzenwerte des Krisenjahres 2022 erreichen, bleiben sie dennoch auf einem
       langfristig hohen Niveau“, sagte Lemke am Mittwoch.
       
       Hintergrund: Zum 1. Oktober sind für zunächst ein Jahr zwei Umlagen
       weggefallen, die die Versorger an Privathaushalte und kleinere Firmen
       weitergegeben haben. Dabei geht es um die Bilanzierungs- und die
       Regelenergie-Umlagen. Mit der Regelenergie werden Schwankungen im Stromnetz
       ausgeglichen.
       
       Gezahlt wurden die Umlagen an Trading Hub Europe (THE), einem Unternehmen
       der Fernleitungsbetreiber. Einen Haushalt mit 20.000 Kilowattstunden
       Verbrauch kosten die Umlagen nach Angaben des Verbraucherministeriums
       jährlich 121,60 Euro. Die Umlagen hat die Bundesregierung im vergangenen
       Jahr eingeführt, als sie die Mehrwertsteuer auf Gas bis April 2024 von 19
       auf 7 Prozent gesenkt hat.
       
       Damit wurde ein Haushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden um
       306 Euro jährlich entlastet. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP)
       will die [2][Senkung der Mehrwertsteuer allerdings zum Jahresanfang
       vorzeitig zurücknehmen].
       
       Energieunternehmen sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, den Wegfall von
       Umlagen Verbraucher:innen zugutekommen zu lassen. Denn [3][sie sind in
       der Preisgestaltung frei]. „Die Versorgungsunternehmen sind gefordert,
       diese Entlastung direkt an die Kundinnen und Kunden weiterzugeben“,
       appellierte Lemke. Verbraucher:innen sollten nicht warten müssen, bis
       Anbieter die nächste Preiskalkulation abgeschlossen haben.
       
       Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft signalisierte
       Entgegenkommen bei der Weitergabe der Preisvorteile, allerdings nicht bei
       der sofortigen Umsetzung. „Änderungen von Preisbestandteilen werden von den
       Unternehmen natürlich in den folgenden Preiskalkulationen berücksichtigt“,
       sagte eine Sprecherin der taz. Die Auswirkungen auf den Endpreis ließen
       sich jedoch nicht pauschal beschreiben, da auch andere Faktoren eine Rolle
       spielten.
       
       4 Oct 2023
       
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