# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn der Fisch nach München kommt
       
       Die Fähre aus [1][Övelgönne] legt bei den Landungsbrücken an.
       Tourist:innen strömen vom überfüllten Schiff auf den Kai, wo sich
       Menschen von einer Imbissbude zur nächsten schieben. In der Luft hängt der
       Geruch von Frittiertem und Fisch, am Himmel kreischen Möwen. Etwas abseits
       des Trubels sitzt ein Mann mit dichtem weißem Bart auf einer Bank und
       schaut zu, wie die Wellen gegen die Anlegestelle schwappen. „Sie sind nich
       von hier, ne?“, ruft er über die Promenade zu mir herüber. „Nein, ich komme
       aus München!“
       
       Der Alte sieht aus wie ein Seemann aus dem Bilderbuch. Er winkt mich zu
       sich heran und fängt an, in schönstem Dialekt zu schnacken und Hunderte
       Hamburger Sehenswürdigkeiten herunterzubeten, als hätte der
       Tourismusverband ihn an dieser Stelle abgesetzt. „Hamburg is ne schöne
       Stadt“, beteuert er. 25 Jahre habe er auf dem Fischmarkt in St. Pauli
       gearbeitet – und seine Fische regelmäßig nach München geliefert. Den
       Viktualienmarkt kenne er gut, seine Ware habe er aber nach Obermenzing
       verkauft, einen Bezirk am Stadtrand Münchens.
       
       „Interessant“, sage ich. Der Stadtteil grenzt an den, in dem ich
       aufgewachsen bin.
       
       Katarina Machmer
       
       30 Sep 2023
       
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