# taz.de -- Nordkorea reagiert auf U-Boot: Zwei Raketenstarts in einer Woche
       
       > Nordkorea hat erneut Raketen abgefeuert, nachdem ein US-amerikanisches
       > U-Boot in Südkorea eingelaufen war. Mit der Flucht eines US-Soldaten hat
       > das wohl nichts zu tun.
       
 (IMG) Bild: Die Grenzbrücke zwischen Nord- und Südkorea – ein US-Soldat überschritt sie unlängst
       
       Tokio/Seoul rtr/dpa | Nordkorea reagiert nach Angaben des japanischen und
       südkoreanischen Militärs mit dem Start von zwei Raketen auf die Ankunft
       eines atomgetriebenen US-U-Boots mit ballistischen Raketen in Südkorea.
       Beide nordkoreanischen ballistische Raketen seien offenbar außerhalb der
       ausschließlichen Wirtschaftszone Japans niedergegangen, teilte das
       japanische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit.
       
       Japan habe auf diplomatischem Wege gegen die Raketenstarts protestiert.
       Südkoreas Generalstab (JCS) forderte den Norden auf, derartige Starts
       einzustellen. Die Ereignisse unterstrichen die destabilisierende Wirkung
       des illegalen [1][nordkoreanischen Waffenprogramms], erklärte das
       US-Kommando im Indopazifik.
       
       Die erste Rakete habe eine Höhe von 50 Kilometer erreicht und eine
       Reichweite von 550 Kilometer erzielt, die zweite sei ebenfalls rund 50
       Kilometer hoch geflogen und habe eine Strecke vom 600 Kilometer
       zurückgelegt, sagte der japanische Verteidigungsminister Yasukazu Hamada.
       Die Raketenstarts erfolgten rund eine Woche, nachdem Nordkorea seine
       jüngste ballistische Interkontinentalrakete Hwasong-18 getestet hatte, die
       so lange in der Luft blieb wie kein nordkoreanisches Geschoss zuvor.
       
       Es war das erste Mal seit vier Jahrzehnten, dass ein US-U-Boot mit
       ballistischen Waffen an Bord in einen südkoreanischen Hafen einlief.
       Angesichts [2][erhöhter Spannungen] mit Nordkorea hatten die USA und ihr
       Verbündeter Südkorea im April vereinbart, ihre militärische Zusammenarbeit
       zu verstärken.
       
       ## Kein Zusammenhang mit Grenzübertritt eines US-Soldaten
       
       Am Dienstag [3][floh ein US-Soldat], gegen den ein Disziplinarverfahren
       läuft, über die innerkoreanische Grenze nach Norden. Laut einem
       Medienbericht hatte er sich zuvor in Südkorea strafbar gemacht. Wie die
       südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Mittwoch unter Berufung auf die
       Justizbehörden meldete, hatte er gegen Koreaner und deren Militär pöbelnd
       einen Streifenwagen der Polizei mit Fußtritten beschädigt und wurde dafür
       zu einer Geldstrafe verurteilt. Nach Angaben der Regierung in Washingtons
       befindet sich der Soldat vermutlich in nordkoreanischem Gewahrsam.
       
       „Der jüngste Abschuss ballistischer Raketen durch Nordkorea hat
       wahrscheinlich nichts mit dem Überschreiten der innerkoreanischen Grenze
       durch einen amerikanischen Soldaten zu tun, aber ein solcher Vorfall ist
       auch nicht gerade hilfreich“, sagte Leif-Eric Easley, Professor an der
       Ewha-Universität in Seoul.
       
       19 Jul 2023
       
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