# taz.de -- Internationale Atomenergiebehörde: Uran in Libyen verschwunden
       
       > Die Internationale Atomenergiebehörde hat entdeckt, dass in Libyen 2,5
       > Tonnen Uran auf seltsame Weise verschwunden sind. Noch ist unklar, wohin.
       
 (IMG) Bild: Die Internationale Atomenergiebehörde ist alarmiert
       
       Wien dpa | In Libyen sind etwa 2,5 Tonnen Uranerz-Konzentrat aus einer
       Lagerstätte verschwunden. Inspektoren der Internationalen
       Atomenergiebehörde (IAEA) entdeckten diese Woche, dass sich das in zehn
       Fässern gelagerte Material nicht mehr an dem vorgesehenen Ort befand, wie
       ein IAEA-Sprecher in der Nacht zum Donnerstag bestätigte.
       
       „Die Atomenergiebehörde wird weitere Schritte unternehmen, um zu klären,
       unter welchen Umständen das Kernmaterial entfernt wurde und wo es sich
       derzeit befindet“, teilte der Sprecher in Wien mit. Der Gouverneursrat der
       IAEA sei informiert worden.
       
       Uranerz-Konzentrat ist schwach radioaktiv. In dem Material kann aber keine
       nukleare Kettenreaktion ausgelöst werden. Um das Konzentrat für
       Atomkraftwerke oder gar für Atomwaffen einzusetzen, müsste es zuerst in
       komplexen technischen Anlagen in einer Reihe von Schritten
       weiterverarbeitet werden.
       
       Wegen des langjährigen Bürgerkriegs herrschen in Libyen Chaos und
       politische Instabilität. Im Jahr 2003 gab das nordafrikanische Land sein
       geheimes Programm zur Entwicklung von Atomwaffen auf. Unter dem damaligen
       Machthaber Muammar al-Gaddafi wurden in den 1970er und 1980er Jahren mehr
       als 2.000 Tonnen Uranerz-Konzentrat aus dem Nachbarland Niger importiert.
       
       16 Mar 2023
       
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