# taz.de -- Corona-Schutzausrüstung in NRW: Masken fürs Feuer
       
       > Zu Beginn der Pandemie bunkerte NRW Millionen Masken, Kittel und
       > Handschuhe. Weil das Haltbarkeitsdatum abläuft, müssen diese nun
       > vernichtet werden.
       
 (IMG) Bild: Haltbarkeitsdatum abgelaufen: In NRW stapeln sich die Schutzmasken
       
       Düsseldorf dpa | Das Land NRW lagert laut Gesundheitsministerium zurzeit
       rund [1][10 Millionen Schutzmasken], die verbrannt werden müssen. Außerdem
       erreichen dieses Jahr mehr als 7,2 Millionen Schutzkittel das
       Verfallsdatum, die dann ebenfalls entsorgt werden müssen. Die Kittel
       stammen laut Ministerium größtenteils [2][vom Hersteller van Laack.]
       
       Die Textilfirma aus Mönchengladbach hatte zu Beginn der Pandemie über den
       Sohn des damaligen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) Kontakt zur
       Landesregierung bekommen. Das Gesundheitsministerium bestellte im Frühjahr
       2020 nach Prüfung des Angebots 10 Millionen Kittel für rund 45 Millionen
       Euro. Über die Auftragsvergabe gab es monatelange Diskussionen. Die
       Opposition beauftragte sogar ein eigenes Gutachten zur Qualität der Kittel
       – weil belieferte Kliniken einige Chargen aussortiert hatten.
       
       Die Landesregierung hatte stets betont, dass man im umkämpften Markt zu
       Beginn der Pandemie froh war, ordentliche Schutzmaterialien zu bekommen.
       Zunächst waren sie in einem zentralen Lager an der Düsseldorfer Messe
       gesammelt und von dort verteilt worden. Bei einem Ortstermin im Juni 2020
       präsentierte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) Paletten voller
       Masken, Wegwerf-Kittel und Einmal-Handschuhe.
       
       Inzwischen werden die Schutzmaterialien vom Land dezentral gelagert. Auch
       die 7,2 Millionen Schutzkittel gehören zu dieser sogenannten „Landesreserve
       Gesundheitsschutz“, die für einen neuen Pandemie-Ausbruch angelegt wurde.
       Zu der Notreserve gehören laut Ministerium auch 4,3 Millionen medizinische
       Masken, rund 800.000 FFP2-Masken, 4.000 KN95-Masken und 38.000
       Schutzvisiere. Handschuhe und Desinfektionsmittel sind nicht mehr vorrätig.
       
       Sowohl für einen Großteil der Schutzvisiere als auch für sämtliche
       KN95-Masken und nahezu alle Schutzkittel im Bestand läuft in diesem Jahr
       die Haltbarkeit ab. „Sofern kein Abruf aufgrund des Pandemiegeschehens
       erfolgt und das Verfallsdatum überschritten wird, erfolgt die thermische
       Verwertung (Entsorgung)“, hieß es aus dem Gesundheitsministerium.
       
       Im sogenannten „Sperrlager“ sind unterdessen bereits Sachen, die abgelaufen
       sind – oder wegen Qualitätsmängeln aussortiert wurden. Sie werden nach
       Angaben des Ministeriums sukzessive verbrannt. Darunter befinden sich:
       
       – 9,4 Millionen medizinische Masken
       
       – 1,2 Millionen KN95-Masken
       
       – 1,4 Millionen Schutzkittel
       
       – 1 Million Schutzbrillen
       
       – 728.000 Handschuhe
       
       – 90.000 Teststäbchen
       
       – 30.000 Schutzvisiere
       
       Vergleichsweise niedrig: Der Bestand an Coronatests. 194.400 hat das Land
       laut Ministerium auf Lager: „Diese wurden und werden
       Gesundheitseinrichtungen zur Verfügung gestellt.“ An den Schulen des Landes
       werden laut Schulministerium noch mehr als 6,4 Millionen Tests gebunkert
       (Stand Ende Dezember). Laut Hersteller halten die Test-Kits 24 Monate.
       
       6 Feb 2023
       
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