# taz.de -- südwester: Schmiererei
Statt ins Machen investiert die Stadt Bremen lieber ins Wegmachen. Nicht
viel, knapp eine Million, für die Beseitigung von Graffiti – das Konzept
wurde am Dienstag im Senat beschlossen. Das Entfernen ungewollter
Sprühbilder sowie das Anzeigen der kriminellen Kleinkünstler*innen soll
erleichtert werden, zur Freude der besonders schützenswerten Klientel der
Wohnungsunternehmen und Immobilienbesitzer*innen. Sie fordern, dass sich
Bremens Ober-Atze Bovenschulte persönlich auf Kosten seiner eigenen street
credibility des Kampfs gegen sittenlose Sprüher*innen annimmt.
Schmierereien sollen zukünftig keinen Platz haben – dieser ist schließlich
Werbekampagnen vielversprechender Dating-Plattformen und
abwechslungsreichen Geschlechtskrankheiten-Awareness-Postern vorbehalten,
die sich gegenseitig bedingen. Vielleicht liegt der Fehler darin, dass
bislang kaum ein Graffito gefragt hat, ob es in jemandes Schritt juckt.
18 Jan 2023
## AUTOREN
(DIR) Ann-Christin Dieker
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