# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn der Papa mal nichts zu meckern hat
Kommen die Eltern zu Besuch, von mittelweit her aus dem Oldenburger
Münsterland, habe ich immer das Gefühl, eine Lanze brechen zu müssen für
meine Wahlheimat Bremen. Vor allem meinem Papa, Landwirt und Lokalpatriot,
macht das Städtische zu schaffen. Seinem Unwohlsein macht er gerne Luft und
braucht dazu nicht einmal Worte. Papas Stirnfalte ist so tief wie die
inflationsgetriebenen Kuchenpreise in der Stadt hoch sind. Sparsam mit
meinen Lanzen, gehe ich mit den Eltern Wege, von denen ich hoffe, sie
finden sie nicht allzu hässlich oder gar schön. Schwierig, da der Fokus an
diesem Tag auf der Kürze und nicht der Qualität des Weges liegt. „Ü-ber-all
Müll, tuhuus givet dat nich!“
Zum Glück gibt es einen Lichtblick: [1][Rotkäppchens Garten] direkt am
Rembertiring. Das Gemeinschaftsgartenprojekt in der Bremer Stadtmitte, das
seinen Namen dem Ursprungsort auf dem Grundstück des ehemaligen Restaurants
Rotkäppchen verdankt, ist ein liebevoll bespieltes Fleckchen Grün, bei dem
jede*r mitwirken kann. „Da kann man nicht meckern.“ Neben Kulturevents und
Bio-Toilettengängen ermöglicht der Garten Zugezogenen das Beeindrucken
kritischer Väter und entrunzelt sanft ihre Gesichter. Ann-Christin Dieker
7 Jan 2023
## LINKS
(DIR) [1] https://rotkaeppchens-garten.de/
## AUTOREN
(DIR) Ann-Christin Dieker
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