# taz.de -- Folgen der Stichwahl in Georgia: Completely lost
       
       > Nach der Wiederwahl von Raphael Warnock bei der Stichwahl in Georgia
       > können die Demokraten aufatmen. Die Republikaner stehen vor einem
       > Scherbenhaufen.
       
 (IMG) Bild: Knapp gewonnen: Der Kandidat der Demokraten in Georgia Raphael Warnock
       
       Mit dem Sieg des demokratischen Kandidaten Raphael Warnock bei der
       Stichwahl im US-Bundesstaat Georgia sind die Halbzeitwahlen vom November
       endgültig vorbei. Im Ergebnis haben die Demokraten zwar ihre knappe
       Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren, im Senat aber sogar einen Sitz
       hinzugewonnen – [1][ein außergewöhnlich gutes Ergebnis] für die Partei, die
       den Präsidenten stellt.
       
       Einerseits können die Demokraten sich etwas darauf einbilden, erneut im
       eigentlich tief republikanischen Georgia eine Wahl gewonnen zu haben. In
       den Vororten von Atlanta und andernorts verschiebt sich etwas. Andererseits
       bleibt es bitter, dass immerhin noch 49,6 Prozent der Wähler*innen mit
       dem republikanischen Kandidaten [2][Herschel Walker] einen Mann im US-Senat
       sehen wollten, der im Wahlkampf als Lügner, Heuchler, Gewalttäter und
       komplett ahnungslos entlarvt worden war.
       
       So jemand wäre früher, egal auf welcher Seite, einfach überhaupt nicht
       wählbar gewesen. Nach der Wahl ist vor der Wahl – in den USA mit ihrem
       Zweijahresrhythmus mehr noch als andernorts. Hieße das
       Präsidentschaftsduell 2024 erneut Biden vs. Trump, dann hätte Biden mit dem
       Ergebnis der Midterms einen klaren Vorteil. Aber bis dahin stehen zunächst
       gute 15 Monate Hickhack auf republikanischer Seite bevor, in denen einfach
       alles passieren kann.
       
       Ob mit oder am Ende doch ohne [3][Donald Trump]: Die republikanische Partei
       ist derzeit weit davon entfernt, eine gut artikulierte konservative Stimme
       im demokratischen Meinungsspektrum zu sein. Und sie hat wenig Chancen, sich
       auf nationaler Ebene strategisch sinnvoll aufzustellen, solange Trump und
       seine Putschistenbewegung noch kräftig mitmischen.
       
       Wenn die Demokraten das gute Ergebnis der Midterms halbwegs zu nutzen
       wissen, wenn demnächst die Effekte der Hilfs- und Infrastrukturpakete
       wirksam werden, wenn Biden eine leidlich gute Figur macht und seine
       Gesundheit sich nicht noch verschlechtert, dann dürfte es die Republikaner
       eigentlich mindestens ein, zwei Legislaturperioden kosten, bevor sie sich
       wieder Chancen ausrechnen können.
       
       8 Dec 2022
       
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 (DIR) [3] /Schwerpunkt-USA-unter-Donald-Trump/!t5079612
       
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 (DIR) Bernd Pickert
       
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