# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Ukraine lehnt Waffenstillstand ab
       
       > Ein solcher würde alles nur noch schlimmer machen, so Präsident Wolodimir
       > Selenski. Die Apec-Mitglieder verurteilen den Krieg „mehrheitlich“.
       
 (IMG) Bild: Der ukrainische Präsident Selenski besucht die Großstadt Cherson im Süden des Landes
       
       ## Ukraine: Frieden nur in den Grenzen von 1991
       
       Die [1][Ukraine] bezeichnet eine Rückgewinnung ihres Staatsgebiets
       einschließlich der Krim als Voraussetzung für einen Frieden. „Es wird
       Frieden geben, wenn wir die russische Armee in der Ukraine zerstören und
       die Grenzen von 1991 erreichen“, erklärt Präsidialamtschef Andrij Jermak
       auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. [2][Russland], die Ukraine und
       Belarus hatten 1991 die Auflösung der Sowjetunion erklärt und beschlossen,
       voneinander unabhängige Wege zu gehen. (rtr)
       
       ## Laut Generalstaatsanwaltschaft bisher 437 getötete Kinder
       
       In dem von Russland geführten Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach
       ukrainischen Angaben weit mehr als 1000 Kinder gestorben oder verletzt
       worden. Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft zählt bisher 437 getötete
       Kinder. Mehr als 837 Kinder seien verletzt worden. Die Zählung sei
       vorläufig, weil man noch nicht alle Informationen aus Kampfgebieten und von
       der ukrainischen Armee zurückeroberten Regionen auswerten habe können.
       
       Die Vereinten Nationen (UN) hatten in einer vorläufigen Statistik bisher
       16.295 Zivilisten gezählt, die seit der russischen Invasion vom 24. Februar
       getötet wurden. Die Regierung in Moskau gibt regelmäßig an, ihre Truppen
       zielten nicht auf Zivilisten. (rtr)
       
       ## Apec-Stellungnahme wortgleich zu der des G20-Gipfels
       
       Die Mitgliedstaaten der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft
       (Apec) haben auf ihrem Gipfel in Bangkok den russischen Angriffskrieg gegen
       die Ukraine „mehrheitlich“ verurteilt. In einer gemeinsamen
       Abschlusserklärung kritisierten die 21 Mitglieder am Samstag den Krieg und
       seine negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft „auf das Schärfste“. Es
       habe jedoch auch „andere Ansichten und unterschiedliche Bewertungen“
       gegeben, hieß es.
       
       Die Erklärung wurde von allen APEC-Mitgliedern – darunter auch Russland und
       China – mitgetragen. Sie entsprach Wort für Wort der [3][Stellungnahme des
       jüngsten G20-Gipfels in Indonesien] und war offenbar das Ergebnis
       intensiver diplomatischer Verhandlungen.
       
       Der russische Präsident [4][Wladimir Putin] hatte weder am G20-Gipfel noch
       am Apec-Treffen persönlich teilgenommen, sondern sich vertreten lassen.
       (afp)
       
       ## Ukraine lehnt Idee eines „kurzen Waffenstillstands“ ab
       
       Der ukrainische Präsident [5][Wolodimir Selenski] hat die Idee eines
       „kurzen Waffenstillstands“ mit Russland zurückgewiesen und argumentiert,
       dass dies die Lage nur verschlimmern würde. „Russland möchte nun einen
       kurzen Waffenstillstand, eine Atempause, um wieder zu Kräften zu kommen“,
       hieß es in einer Rede des Präsidenten, die am Freitag (Ortszeit) auf dem
       Internationalen Sicherheitsforum im kanadischen Halifax übertragen wurde.
       
       Eine solche Atempause wäre nicht das Ende des Krieges, sondern würde alles
       nur noch schlimmer machen, sagte er. „Ein (…) echter, dauerhafter und
       ehrlicher Frieden kann nur durch die vollständige Zerstörung der russischen
       Aggression entstehen“, fügte Selenski hinzu.
       
       Das Weiße Haus hatte am Freitag erneut betont, dass allein der ukrainische
       Staatschef über eine Aufnahme von Verhandlungen zwischen der Ukraine und
       Russland entscheiden könne und wies damit die Vermutung zurück, die USA
       würden in dieser Hinsicht Druck auf Kiew ausüben.
       
       US-Generalstabschef Mark Milley hatte zuvor zweimal gesagt, dass die
       derzeitigen ukrainischen Rückeroberungen möglicherweise eine Gelegenheit
       für die Aufnahme von Verhandlungen über eine politische Lösung des
       Konflikts darstellen könnten. (afp)
       
       ## Kriegsverbrechen: Moskau und Kiew erheben Vorwürfe
       
       Russland hat in sozialen Netzwerken kursierende Videos verurteilt, die
       angeblich ukrainische Streitkräfte bei der Exekution russischer Soldaten
       zeigen. Moskau erklärte, die Aufnahmen seien in der ukrainischen Region
       Luhansk entstanden, die Russland völkerrechtswidrig für annektiert erklärt
       hat und die fast vollständig unter russischer Kontrolle ist.
       
       „Wir fordern internationale Organisationen auf, dieses ungeheuerliche
       Verbrechen zu verurteilen und eine gründliche Untersuchung durchzuführen“,
       sagte Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, am
       Freitag. Der russische Menschenrechtsrat erklärte, er habe die Videos an
       den Hohen Kommissar für Menschenrechte der Vereinten Nationen, Amnesty
       International und andere internationale Organisationen geschickt.
       
       Die Leiterin der UN-Menschenrechtsdelegation in der Ukraine, Matilda
       Bogner, hatte am Dienstag erklärt, ihre Mission habe zu Folter von
       Gefangenen auf beiden Seiten des Konflikts ermittelt. „Wir haben
       glaubwürdige Anschuldigungen von standrechtlichen Exekutionen
       kampfunfähiger Personen und von mehreren Fällen von Folter und Misshandlung
       erhalten, Berichten zufolge von Angehörigen der ukrainischen Streitkräfte
       verübt“, sagte Bogner.
       
       Unterdessen trieben ukrainische und internationale Ermittler ihre
       Bemühungen voran, mutmaßliche Kriegsverbrechen durch russische Truppen in
       der ukrainischen Region Charkiw während deren fast siebenmonatiger
       Besatzung aufzudecken. Die ukrainische Nationalpolizei erklärte am Freitag,
       sie habe mehr als 3000 Strafverfahren gegen russische Soldaten eingeleitet.
       
       Berichte über Folter und andere Gräueltaten gab es auch aus der südlichen
       Region Cherson, die wie die Regionen Luhansk, Donezk und Sapoprischschja
       von Russland für annektiert erklärt worden war. Dort sagten Vertreter der
       Ukraine, sie hätten mehr als 430 Kriegsverbrechensfälle eröffnet und
       untersuchten vier mutmaßliche Folterstätten. (ap)
       
       19 Nov 2022
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Ukraine/!t5007782
 (DIR) [2] /Russland/!t5007547
 (DIR) [3] /Russische-Niederlage-auf-G20-Gipfel/!5892168
 (DIR) [4] /Wladimir-Putin/!t5008686
 (DIR) [5] /Wolodymyr-Selenskij/!t5584432
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Ukraine
 (DIR) Russland
 (DIR) Wolodymyr Selenskij
 (DIR) Wladimir Putin
 (DIR) G20-Gipfel
 (DIR) Apec-Gipfel
 (DIR) APEC
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Krieg in der Ukraine: Lügenmärchen aus Moskau
       
       Die Waffenruhe zum orthodoxen Weihnachtsfest blieb wenig überraschend aus.
       In der Ukraine glaubt die russischen Verlautbarungen ohnehin niemand mehr.
       
 (DIR) +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Russland beschießt Saporischschja
       
       Die Internationale Atomenergiebehörde bestätigt den Angriff auf das
       Atomkraftwerk. Die erschwert die Wiederherstellung der Stromversorgung in
       der Ukraine.
       
 (DIR) Dnipro im Ukraine-Krieg: Trügerische Ruhe
       
       Die viertgrößte ukrainische Stadt Dnipro ist für viele Menschen aus dem
       Osten die erste Zuflucht. Doch auch hier sind sie vor Bomben nicht sicher.
       
 (DIR) Russlands Krieg in der Ukraine: Ein schriller Weckruf
       
       Nach dem Einschlag in Polen konnte die Eskalation abgewendet werden. Doch
       die Nato sollte vorbereitet sein, wenn erneut Raketen in ihrem Gebiet
       landen.
       
 (DIR) +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Gefechte im Donbass
       
       Kiew zufolge bekämpfen sich Truppen im Kohle- und Stahlrevier Donbass.
       Litauen will der Ukraine beim Wiederaufbau der Energieinfrastruktur helfen.
       Papst Franziskus fordert Vermittlungsgespräche.