# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn eine Besetzung mal ganz einvernehmlich ist
Ein großer Sprühkreideschriftzug vor dem Hauptgebäude der TU weist mir den
Weg. In der Uni frage ich eine Studentin, wo ich denn den [1][besetzten
Hörsaal] finde – sie weiß von nichts. Im Raum H0104 angekommen, ist die
Stimmung auch eher vorweihnachtlich gediegen als revolutionär. Feldbetten
mit Schlafsäcken stehen neben vier Kisten Club Mate, zwei Studenten liegen
auf einem Sofa und spielen Schach. Mit den Worten „Hast du Hunger?“ hält
mir ein Besetzer eine Pizza unter die Nase.
Einladender, als sich im Nieselregen auf die Autobahn zu kleben, scheint
mir das hier allemal. Die Bewegung „End Fossil Occupy“ besetzt in diesem
Herbst Schulen und Universitäten – von London über Paris bis
Charlottenburg.
Es geht um Klimagerechtigkeit, „Besetzen bis zum Erfolg!“ ist die
Strategie. An der TU lautet eine der Forderungen, die Klimakrise als
integralen Bestandteil aller Studiengänge aufzufassen. Die
Besetzer*innen sind optimistisch – eine Räumung wolle ja niemand.
Schließlich wurde die Besetzung friedlich mit den Hausherren vereinbart, um
den Hörsaal dann wieder ganz geräuschlos der Uni zu übergeben. Hanna Fath
26 Nov 2022
## LINKS
(DIR) [1] /!5896105&SuchRahmen=Print
## AUTOREN
(DIR) Hanna Fath
## ARTIKEL ZUM THEMA