# taz.de -- Ermittlungen gegen Donald Trump: Ex-Präsident verweigert Aussage
       
       > Bei einer Befragung unter Eid zu seiner Geschäftspraxis verweigert Trump
       > die Aussage. Der Termin kommt kurz nach einer Durchsuchung seines
       > Anwesens.
       
 (IMG) Bild: Trump in New York auf dem Weg zu seiner Befragung
       
       New York/Washington dpa | Nach der Durchsuchung seines Grundstücks in
       Florida bleibt der ehemalige US-Präsident Donald Trump im Visier der
       Justiz. In New York verweigerte der 76-Jährige am Mittwoch in einer anderen
       Angelegenheit die Aussage, wie Trump auf der von ihm mitbegründeten
       [1][Plattform Truth Social] selbst mitteilte. Dabei geht es um seine
       Geschäftspraktiken.
       
       Trump war zuvor nach richterlichem Erlass zu einer Befragung unter Eid im
       Büro von Generalstaatsanwältin Letitia James eingetroffen. Die Demokratin
       leitet seit Jahren zivilrechtliche Ermittlungen gegen sein Firmenimperium.
       Trump sprach abermals von einer „Hexenjagd“.
       
       Der Termin kam zu einem sensiblen Zeitpunkt. Am Montag war Trumps Anwesen
       Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida, von der Bundespolizei FBI durchsucht
       worden – der Vorgang gilt als beispiellos in der US-Geschichte. Hintergrund
       war offenbar der Umgang Trumps mit Dokumenten aus seiner Amtszeit. Anfang
       des Jahres war bekannt geworden, dass das für die Aufbewahrung präsidialer
       Korrespondenz zuständige Nationalarchiv mehrere Kisten mit unter anderem
       vertraulichem Material in Trumps Privatclub vermutete. Trump übergab im
       Januar schließlich mehrere Dokumente der Behörde.
       
       Danach sei es zu einem weiteren Austausch zwischen Ermittlern und Trumps
       Anwälten gekommen, hieß es. Die Beamten hätten schließlich den Verdacht
       gehabt, dass Trump oder sein Team weiter wichtige Unterlagen zurückhalte,
       schrieb die „Washington Post“ unter Berufung auf anonyme Quellen. Das FBI
       soll demnach nun bei der Durchsuchung zwölf Kisten mitgenommen haben. Trump
       war während der Aktion selbst nicht in seinem Anwesen.
       
       ## Trump habe irreführende Finanzberichte verwendet
       
       Bei der Befragung in New York hätte der Ex-Präsident mit unangenehmen
       Fragen unter anderem zum Verdacht falscher Wertangaben bei Immobilien
       konfrontiert werden sollen. Trump und die Trump Organization haben
       Generalstaatsanwältin James zufolge irreführende Finanzberichte verwendet,
       um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen. Trumps Konzern weist die
       Anschuldigungen zurück.
       
       Einem Bericht von Fox News zufolge war Trump das letzte Mitglied der
       Familie, dessen Befragung noch ausstand. Seine Kinder Ivanka und Don Jr.
       sagten demnach bereits aus. Nach dem Tod von Ivana Trump, seiner ersten
       Ehefrau, waren die im Juli geplanten Aussagen unter Eid des Ex-Präsidenten
       und der beiden gemeinsamen Kinder verschoben worden.
       
       Trump darf die Aussage in der Sache verweigern, falls er sich damit selbst
       belastet. Sohn Eric, der in der Sache bereits 2020 unter Eid aussagen
       musste, machte während seiner Befragung mehrere Hunderte Male von diesem
       Recht Gebrauch. Allerdings könnte ein solcher Schritt in einem möglichen
       Prozess nachteilig ausgelegt werden.
       
       Donald Trump ist Gründer der Trump Organization, seine beiden Söhne Donald
       Trump Jr und Eric Trump sind Vizepräsidenten des vor allem im
       Immobilienbereich tätigen Firmen-Konglomerats.
       
       ## Einflussreiche Republikaner äußern Unterstützung für Trump
       
       Unterdessen [2][versammelten sich einflussreiche Republikaner nach der
       Durchsuchung hinter Trump]: „In unseren Städten wimmelt es von Kriminellen,
       aber (Merrick) Garlands politisiertes Justizministerium hat es auf
       Präsident Trump und die Mitglieder des Kongresses abgesehen“, erklärte ihr
       Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy. Der Republikaner
       Mitch McConnell forderte vom Justizministerium sofortige Aufklärung.
       Ähnlich äußerte sich die ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten
       Nationen, Nikki Haley.
       
       Sogar Trumps ehemaliger Vize Mike Pence stellte sich hinter ihn. „Die
       gestrige Aktion untergräbt das Vertrauen der Öffentlichkeit in unser
       Rechtssystem“, erklärte er. Der Anschein von Parteilichkeit seitens des
       Justizministeriums müsse beseitigt werden. Pence hatte sich zuletzt von
       Trump distanziert. Ihm werden Ambitionen für eine
       Präsidentschaftskandidatur 2024 nachgesagt. Auch Trump kokettiert immer
       wieder damit.
       
       Viele Demokraten hatten zuletzt darauf gedrängt, dass Justizminister
       Garland im Zuge der neuen Erkenntnisse rund um die Kapitol-Attacke am 6.
       Januar 2021 Ermittlungen gegen Trump einleitet. Kritiker warfen Garland
       vor, zu zögern. Umso überraschender kam nun die Durchsuchung des Anwesens.
       Zuletzt hatten sich aber auch Hinweise verdichtet, dass das Ministerium
       Trumps Verhalten rund um den [3][6. Januar] und die Präsidentschaftswahl
       2020 genauer untersucht.
       
       11 Aug 2022
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.volksverpetzer.de/social-media/trump-truth-social/
 (DIR) [2] /Nach-der-FBI-Razzia-bei-Trump/!5870602
 (DIR) [3] /Anhoerung-zum-Sturm-aufs-US-Kapitol/!5869610
       
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