# taz.de -- Pro-Russische Kundgebung: Mini-Demo für Putins Krieg
       
       > Eine Pro-Putin-Demo in Hannover hatte am Sonntag nur wenig Zulauf. In
       > Erscheinung traten dort vor allem Redner:innen aus der
       > Querdenkerszene.
       
 (IMG) Bild: „Vorwärts Russland“: Putin-Versteher:innen bei Demo in Hannover
       
       Hannover taz | Am Sonntagmittag sammelte sich auf dem Opernplatz in
       [1][Hannover] eine Gruppe von etwa hundert Personen. Es wehten Fahnen
       Russlands, der Republik Moldau, Usbekistans und Deutschlands. Die
       Moderatorin Tatjana Bosche, stadtbekannt für ihre Aktivitäten gegen die
       Coronamaßnahmen, eröffnete die Kundgebung und warb als Erstes für Spenden.
       Im Vorfeld hatte die Polizei mit bis zu 1.500 Teilnehmer*innen
       gerechnet.
       
       Zu dem Protest aufgerufen wurde vor allem über den Messengerdienst
       Telegram, um gegen „Russophobie“, „Diskriminierung“ und
       [2][Waffenlieferungen in Kriegsgebiete] zu demonstrieren. In der
       zugehörigen geschlossenen Chatgruppe werden Söldner, die im Namen Putins
       kämpfen, gefeiert. Außerdem geht es darum, Russland aus Deutschland zu
       unterstützen. Zwei Chat-Teilnehmer:innen unterhalten sich über die
       Möglichkeiten von Nicht-Deutschen, in die AfD einzutreten, denn man müsse
       eine „zweite Front“ eröffnen.
       
       Vor Ort in Hannover geht es immer wieder um Diskriminierungserfahrungen,
       doch schnell kommen Redner*innen auf andere Themen. So etwa Daniel
       Langhans, ebenfalls Teil der [3][Querdenker-Szene], der ankündigt, die
       Hintergründe des Krieges zu beleuchten, und dann Passagen aus einer
       Putinrede zitiert. Langhans sagt, es solle eine „New World Order“ errichtet
       werden und „Eliten“ träfen in Hinterzimmern die Entscheidungen.
       
       Er wolle sich nicht mehr von „dunklen Mächten“ regieren lassen, so
       Langhans. Im Mai war er in Hannover bereits von der Polizei abgeführt
       worden, weil er auf der Bühne seine Unterstützung für den
       völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands zum Ausdruck gebracht haben
       soll.
       
       ## Pfiffe der Gegendemonstrant:innen
       
       Die Billigung des Angriffskrieges sowie eine ganze Reihe Fahnen und Symbole
       hatte die Polizei Hannover im Vorfeld für die Demonstration untersagt. Zwei
       Personen wurden während der Versammlung deswegen unter den Pfiffen einer
       Gruppe Gegendemonstrant*innen abgeführt. Quer über die Straße am
       Opernplatz sammelten sich nach und nach Menschen mit ukrainischen Fahnen.
       
       Unter ihnen die 36-Jährige Natalia K. mit einem Schild mit der Aufschrift
       „Russians against war“. Sie sei hier, um zu zeigen, dass nicht alle
       Russ*innen der Putinschen Propaganda verfallen seien, sagte sie der taz.
       Zur anschließenden Gegenkundgebung kamen etwa 400 Personen.
       
       27 Jun 2022
       
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 (DIR) Michael Trammer
       
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