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Manchmal spült eine Debatte Begriffe in die Medien, die man eher bei
Trivial Pursuit erwartet. So kritisierte der Künstler Wolfgang Müller die
Forderung nach einem Ende der Waffenlieferung als „Kotau vor dem Recht des
Stärkeren“. Ein anderer Kommentar sieht im Zögern der Bundesregierung einen
„Kotau der Putinversteher“. Der Kotau ist eine Ehrerbietungsgeste und
entstammt dem chinesischen Hofzeremoniell: Dort warf sich der Grüßende vor
einer höhergestellten Person nieder und berührte mit der Stirn den Boden.
Weil es auch auswärtigen Gesandten abverlangt wurde, sorgte das Ritual für
Konflikte. Mit dem Untergang des Kaiserreichs wurde der Kotau 1912
abgeschafft. Heute wird der Ausdruck als Umschreibung für Unterwerfung oder
ein unfreiwilliges Nachgeben verwendet. Moritz Findeisen
7 May 2022
## AUTOREN
(DIR) Moritz Findeisen
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