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       ## Wie teuer sind deutsche Rüstungsexporte an die Ukraine wirklich? 
       
       Das Bundeswirtschaftsministerium gab am Dienstag bekannt, dass im ersten
       Quartal dieses Jahres Rüstungsgüter im Wert von 186.451.448 Euro zur
       Auslieferung an die Ukraine genehmigt worden seien. Eine Woche zuvor hatte
       Verteidigungsministerin Christine Lambrecht gesagt, die bisher gelieferten
       Rüstungsgüter hätten einen Wert von „über 80 Millionen Euro“. Woher rührt
       die 100-Millionen-Euro-Differenz in den Angaben? 
       
       ## Richtig ist:
       
       Beide Zahlen, sowohl die aus dem Bundeswirtschafts- als auch die aus dem
       Verteidigungsministerium sind sachlich richtig. Die satte Differenz von 100
       Millionen Euro ergibt sich zum Teil daraus, dass bislang weniger
       Rüstungsgüter an die Ukraine geliefert wurden als insgesamt von der
       Regierung genehmigt. Maßgeblich tragen jedoch unterschiedliche
       Berechnungsgrundlagen zu der starken Abweichung der Werte bei: Der Betrag,
       den das Bundeswirtschaftsministerium bekannt gab, bezieht sich auf alle
       genehmigten Rüstungsexporte, darunter auch ganz neu gefertigte Güter der
       Rüstungsindustrie. Die Angabe des Verteidigungsministeriums von über 80
       Millionen Euro hingegen bezieht sich auf gelieferte Rüstungsgüter aus
       längst existierenden, alten Bundeswehrbeständen. Aufgrund der in die Jahre
       gekommenen Militärausrüstung der Bundeswehr fällt der Wert demgemäß niedrig
       aus und entspricht einem „Restwert“. Nähere Angaben zur Art der
       Rüstungsgüter machten die Ministerien auf taz-Anfrage aus
       „Vertraulichkeitsgründen“ nicht.
       
       Sara Rahnenführer
       
       9 Apr 2022
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sara Rahnenführer
       
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