# taz.de -- Weihnachtsbäume auf Berlins Gehwegen: Oh, ein Tannenbaum!
       
       > Alle Jahre wieder liegen ausgediente Weihnachtsbäume in der ganzen Stadt
       > herum. Die BSR holt sie kostenlos ab. Sie werden verbrannt.
       
 (IMG) Bild: Liegen häufig im Weg: Abgediente Weihnachtsbäume
       
       taz | Berlin In den ersten Januarwochen kann es nicht schaden, hin und
       wieder nach oben zu schauen, um sich zu vergewissern, dass kein Tannenbaum,
       der vom Balkon geworfen wird, auf den eigenen Kopf fällt. Gleichzeitig muss
       man aufpassen, dass man nicht über das „Grünzeug“ auf dem Gehweg stolpert:
       Ausgediente Weihnachtsbäume werden nach dem Fest in einem kollektiven, die
       Weihnachtszeit beendenden Akt vor die Tür gebracht – aus der Wohnung, aus
       dem Sinn.
       
       Natürlich gibt es auch die Weihnachtsfreaks, die den geschmückten Baum bis
       April stehen lassen, um ihn dann durch die Osterdekoration zu ersetzen. Für
       die meisten ist Weihnachten aber spätestens am Dreikönigstag, dem 6.
       Januar, vorbei, und dann muss der alte Baum raus. Gleich einer Pfandflasche
       wird die kleine Tanne auf den Bürgersteig gelegt – irgendjemand nimmt die
       schon mit.
       
       Irgendjemand? Die Berliner Stadtreinigung holt jedes Jahr die Bäume
       kostenlos ab. [1][Es gibt einen festen Zeitplan, wann und wo die Bäumchen
       abgeholt werden: Zwischen dem 8. und 21. Januar] gibt es pro Stadtteil zwei
       Abholtermine, an denen die rund 350.000 Berliner Weihnachtsbäume
       eingesammelt werden. Im Sinne der anschließenden Weiterverwertung sollen
       die Tannenbäume lamettafrei vor die Tür gestellt werden.
       
       ## Wie umweltverträglich?
       
       Wichtig zu betonen für die BSR ist, dass die benutzten Tannen nicht an die
       Elefanten im Zoo verfüttert werden – dafür eignen sich nur die übrig
       gebliebenen aus den Verkaufsstellen. Die abgeschmückten Bäume werden
       „geschreddert und in Biomassekraftwerke gebracht“, heißt es auf der Website
       der BSR. Die entstandene Energie soll reichen, um 500 Haushalte ein Jahr
       lang mit Wärme und Energie zu versorgen – laut Umweltorganisationen wie dem
       WWF wird die Weihnachtsbaumtradition dadurch aber noch lange nicht
       klimafreundlich: [2][Sie kritisieren die großen Monokulturen und den
       Einsatz von Herbiziden und Pestiziden.] 
       
       Entsprechende Verbesserungsvorschläge geben sie aber auch: Nach dem Fest
       ist vor dem Fest – für dieses Weihnachten empfiehlt der WWF beim Baumkauf
       auf entsprechende Gütesiegel von Bio, Naturland, Demeter oder FSC zu
       achten. [3][Das Umwelt-Bundesamt] teilt mit, am umweltfreundlichsten seien
       Bäume, die natürlich gewachsen sind und direkt aus dem Wald der eigenen
       Region stammen.
       
       Eine andere Möglichkeit ist natürlich, kreativ zu werden und den
       Weihnachtsbaum selbst zu basteln. Eine Alternative aus Plastik ist bei
       Umweltschützer*innen nicht gern gesehen.
       
       13 Jan 2022
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.bsr.de/assets/downloads/Abfallarmes_Weihnachten_Hausaushang_AZ_210x297_barrierefrei_WEB.pdf
 (DIR) [2] https://blog.wwf.de/umweltfreundlicher-weihnachtsbaum/
 (DIR) [3] https://www.umweltbundesamt.de/themen/umweltfreundliche-weihnachtsbaeume
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Josua Gerner
       
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       lieber in Aufforstungsprojekte investieren – und die Zimmerpflanze
       schmücken.