# taz.de -- Zukunft der UN-Mission in Mali: Weitermachen? Keine Option
       
       > Die Zahl der getöteten und verletzten Blauhelme in Mali steigt weiter. Es
       > ist höchste Zeit für ein Umdenken – das die dortige Bevölkerung
       > einbezieht.
       
 (IMG) Bild: Klar ist, dass der Minusma-Einsatz sein Ziel nicht erreicht hat: Bundeswehr auf Patrouille in Gao
       
       Die Zahl der getöteten und verletzten Blauhelme, die im Rahmen des
       Minusma-Einsatzes der Vereinten Nationen den Norden und das Zentrum von
       [1][Mali] stabilisieren sollen, steigt weiter. Es ist höchste Zeit, dass es
       zu einem Umdenken kommt.
       
       Längst ist klar: Der Minusma-Einsatz hat sein Ziel nicht erreicht. Zwar ist
       es beispielsweise gelungen, die Präsenz dschihadistischer Gruppierungen in
       der Region Timbuktu zu verringern. Dafür sind dort jetzt [2][bewaffnete
       Banditen] unterwegs, die die Bevölkerung ebenfalls überfallen und
       ausrauben. Auch haben sich die Angriffe in Richtung Zentrum und Westen
       sowie in die Nachbarländer verlagert. Was eindeutig zugenommen hat, ist der
       Frust vieler Menschen. Internationale Truppen sind seit Jahren präsent,
       ändern aber nichts. Im Gegenteil: Vergangene Woche warnten 22
       nichtstaatliche Organisationen, dass 1,2 Millionen Menschen in Mali an
       Hunger leiden.
       
       Eins muss fairerweise gesagt werden: Es ist unklar, was ohne den
       [3][Minusma-Einsatz] passiert wäre. Bei aller Kritik kann die Präsenz der
       internationalen Streitkräfte durchaus dafür gesorgt haben, dass die
       Bewaffneten bisher noch nicht in der Hauptstadt Bamako angekommen sind.
       
       Doch auch wenn das Schlimmste verhindert wird, bietet das dem Land noch
       lange keine Perspektive. Einfach weitermachen ist also keine Option.
       Wichtig wäre ein malischer Plan, der die Bevölkerung einbezieht. Es kann
       noch so viele Aufklärungsflüge der Bundeswehr geben: Wenn sich die
       Strukturen im Land nicht ändern, nützen sie wenig. Und dafür sind die
       Menschen vor Ort verantwortlich. Die internationale Gemeinschaft kann dabei
       nur begleiten, vermitteln und unterstützen.
       
       Zu den grundlegenden Strukturen gehören die Präsenz des Staates mit
       Sicherheitskräften, der Zugang zu Bildung, Gesundheitsvorsorge und Jobs.
       Perspektiven müssen geschaffen werden, und der Staat muss glaubwürdig sein,
       wobei Korruptionsbekämpfung und ein funktionierendes Justizsystem helfen.
       Dort sind Verbesserungen derzeit aber nicht zu spüren.
       
       13 Dec 2021
       
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 (DIR) Katrin Gänsler
       
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