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       ## Werden Krankenhäuser für den Bettenabbau belohnt?
       
       Der Journalist Norbert Häring schrieb auf seinem Blog: „Sonderbar nur, dass
       mitten in diesem Notstand Krankenhausbetreiber bis zu 12.000 Euro
       Subvention für jedes Bett bekommen können, das sie nicht etwa aufbauen,
       sondern ABBAUEN.“ 
       
       ## Richtig ist:
       
       Eine Verordnung, die bis zu 12.000 Euro für abgebaute Betten fördert, gibt
       es tatsächlich. Die sogenannte Krankenhausstrukturfonds-verordnung stammt
       aus dem Jahr 2015. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 sei sie aber nicht
       mehr angewendet worden, schreibt das Recherchenetzwerk Correctiv. Ein
       Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums bestätigt gegenüber der taz:
       „Seit März 2020 ist im Rahmen des Krankenhausstrukturfonds nach § 12a KHG
       kein Vorhaben bewilligt worden, das den Abbau von Betten vorsah.“
       
       Den Abbau von Klinikbetten gab es also durchaus, nur eben nicht im
       Zusammenhang mit der Pandemie. Deutschland weise im internationalen
       Vergleich überdurchschnittlich viele, oft sehr kleine Krankenhäuser und
       viele Krankenhausbetten auf, heißt es vom Bundesgesundheitsministerium.
       
       In welchen Kliniken wie viele Betten abgebaut werden, entscheiden die
       Länder. Der Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Jörn Wegner,
       sagte gegenüber Correctiv: „Die Krankenhäuser müssen ihre Projekte bei den
       Ländern beantragen. Diese entscheiden über die Förderfähigkeit. Es ist
       nicht möglich, wie vielfach behauptet wird, dass Krankenhäuser Betten
       abbauen und dafür einfach eine Art Rechnung einreichen.“ (taz)
       
       18 Dec 2021
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Rebecca Ricker
       
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