# taz.de -- „Weniger als 20 Prozent“
       
       > Lilia Ketler über den Frauenanteil in den ukrainischen
       > Naturwissenschaften
       
       Interview Leah Binzer
       
       taz: Frau Ketler, was ist das Konzept hinter der Ausstellung „She is
       science“? 
       
       Lilia Ketler: Im Zentrum stehen ukrainische Wissenschaftlerinnen aus dem
       20. und 21. Jahrhundert, die ausgewählt wurden, weil sie sehr erfolgreich
       in weltweiten Projekten sind. In der Ukraine weiß man jedoch sehr wenig
       über ihre Erfolge. Unsere Ausstellung besteht aus zwölf Gemälden von Frauen
       mit dazugehörigen Beschreibungen, auf denen steht, was sie erreicht haben.
       Vorher gab es einen Wettbewerb für Teilnehmerinnen zwischen 14 und 21
       Jahren, welche die Erfolgsgeschichten zu den jeweiligen Bildern geschrieben
       haben und dafür mit Preisen ausgezeichnet wurden. Somit sollen sie bei
       ihren zukünftigen Studien unterstützt werden.
       
       Was heißt eigentlich Stem? 
       
       Es ist die englische Abkürzung für Science, Technology, Engineering und
       Mathematics: technische Berufe, die klischeemäßig als „männlich“ bezeichnet
       werden. Laut Statistiken entscheiden sich weniger als 20 Prozent der Frauen
       in der Ukraine für einen Berufsweg in die Wissenschaft dieser
       Fachrichtungen.
       
       Was will „Stem is Fem“? 
       
       Hauptziel des Projekts ist es, die jungen Frauen zu motivieren, sich für
       Stem-Berufe zu entscheiden und sich in die Wissenschaft zu trauen. Wir
       wollen unsere ukrainischen weiblichen Studierenden und Abiturienten dabei
       fördern, sich weiterzuentwickeln und vielleicht auch in ausländischen
       Projekten teilzunehmen.
       
       Wieso gerade ukrainische Frauen? 
       
       Wir selbst sind gebürtige Ukrainerinnen, die in Hamburg leben. Mit unserem
       Projekt wollen wir die moderne, entwickelte und digitalisierte Ukraine
       präsentieren. Das heißt, wir wollten nicht typische Volksmotive zeigen,
       sondern wie es momentan tatsächlich in der Ukraine läuft. Es besteht noch
       immer ein großes Defizit zwischen der tatsächlichen Entwicklung der
       Ukraine, die ein total europäisches Land ist, und ihrer Wahrnehmung von
       außen.
       
       11 Nov 2021
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Leah Binzer
       
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