# taz.de -- Mord an Italiener Giulio Regeni: Prozess gegen Ägypter eingestellt
       
       > Der Vorfall belastet seit Jahren das Verhältnis von Rom zu Kairo. Nun
       > wurde der Prozess wegen des Mordes am Studenten Giulio Regeni
       > eingestellt.
       
 (IMG) Bild: Enttäuscht: Die Familie und die Anwältin (2.v.l.) des getöteten Studenten Regeni
       
       Rom afp | In Italien ist ein Prozess gegen vier ägyptische
       Sicherheitsbeamte wegen des [1][Mordes an dem italienischen Doktoranden
       Giulio Regeni] eingestellt worden. Die Richter entschieden am Donnerstag,
       dass die Verhandlung nicht in Abwesenheit der vier Beschuldigten
       stattfinden könne, da die Staatsanwaltschaft nicht in der Lage gewesen sei,
       diese offiziell darüber in Kenntnis zu setzen.
       
       Für die Familie des vor fast sechs Jahren getöteten Studenten sei dies eine
       „bittere“ Enttäuschung, sagte deren Anwältin Alessandra Ballerini. „Es ist
       ein Rückschlag, aber wir werden nicht aufgeben.“
       
       Den Ägyptern wird Entführung, Verschwörung zum Mord und schwere
       Körperverletzung vorgeworfen. Regeni, der an der britischen Universität
       Cambridge promovierte, war am 25. Januar 2016 in Kairo verschwunden. Neun
       Tage später wurde er am Rand einer Autobahn aufgefunden. Seine Leiche wies
       schwere Folterspuren auf. Regeni forschte in Kairo zu ägyptischen
       Gewerkschaften – in dem nordafrikanischen Land ein brisantes Thema.
       
       Die Angeklagten befinden sich nicht in Italien und die ägyptische Regierung
       hatte sich geweigert, ihre Kontaktdaten mitzuteilen. Laut den
       Gerichtsunterlagen handelt es sich um General Tarik Sabir, die
       Oberstleutnants Athar Kamel und Uhsam Helmi sowie den Major Magdi Ibrahim
       Abdelal Scharif.
       
       ## Verdacht fällt auf ägyptischen Geheimdienst
       
       [2][Im Mai hatte ein Richter in einer Voranhörung entschieden, dass die
       Berichterstattung über die Ermittlungen gegen die Beschuldigten diese
       erreicht haben müsste.] Dieser Auffassung schloss sich das Gericht am
       Donnerstag jedoch nicht an.
       
       Die ägyptische Seite hat die Verwicklung von Sicherheitsdiensten in die
       Ermordung des 28-Jährigen stets bestritten. Zunächst behauptete sie, Regeni
       sei bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Später hieß es, er sei das
       Opfer einer auf die Entführung von Ausländern spezialisierten Bande, die
       später zerschlagen worden sei.
       
       Der Umgang mit den Ermittlungen hatte immer wieder zu heftigem Streit
       zwischen Rom und Kairo geführt. Italienische Medien und westliche
       Diplomaten hatten Mitglieder der ägyptischen Sicherheitskräfte hinter der
       Tat vermutet.
       
       15 Oct 2021
       
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