# taz.de -- die kinderfrage: Warum ist Englisch die Weltsprache?
       
       Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
       beantworten wir eine. Diese kommt von Ben, 8 Jahre alt, und Lotti, 11 Jahre
       alt. 
       
       Englisch ist die Weltsprache. Es ist aber nicht die Sprache, die von den
       meisten Menschen nach der Geburt als erste gelernt wird. Das ist
       Hochchinesisch. Englisch ist auf Platz drei der meistgesprochenen
       Muttersprachen, Spanisch steht auf Platz zwei. 
       
       Dass Englisch die Weltsprache wurde, hängt vor allem mit dem Kolonialismus
       zusammen. Kolonialismus ist ein Wort für eine ziemlich böse Sache. Ab dem
       Jahr 1500 dachten die Engländer, dass es cool wäre, wenn sie ihr Land
       vergrößern würden. Deshalb sind sie mit Schiffen etwa nach Afrika oder
       Asien gefahren und haben einfach gesagt: Das Land hier gehört jetzt uns. An
       die Menschen vor Ort haben sie dabei nicht gedacht. Sie haben sie
       unterdrückt und ihnen vieles weggenommen. Auch die eigene Sprache.
       
       Um das Jahr 1920 gehörte fast ein Viertel der Welt zu England. Weil die
       Engländer in weiten Teilen der Welt die Chefs waren, mussten viele Menschen
       Englisch sprechen. Natürlich hat es Sinn ergeben, dass man im englischen
       Kolonialkönigreich eine Sprache benutzte. Nur so konnten sich die Menschen
       in den Kolonien, die ganz verschiedene Sprachen sprachen, miteinander
       verständigen. Aber so wirklich gefragt, ob das auch alle wollen, haben die
       Engländer nicht.
       
       Neben der Kolonialgeschichte kommt dazu, dass die USA, wo Englisch auch die
       Hauptsprache ist, nach dem Zweiten Weltkrieg eine führende Rolle in der
       Welt übernahmen. Weil sie im Krieg gegen die Nazis in Deutschland gekämpft
       und eine Schreckensherrschaft beendet haben, war die ganze Welt ihnen
       dankbar.
       
       Bis letztes Jahr war in den USA ein seltsamer Mensch mit komischen Haaren
       der Präsident. Er hat dem Ruf des Landes echt geschadet. Früher aber fanden
       viele Menschen die USA toll. Das Land stand für Freiheit, Weltoffenheit und
       viele verschiedene Kulturen. Englisch, die Sprache der US-Amerikaner, war
       deshalb extrem angesagt. Viele wollten so sprechen wie die Menschen dort.
       
       Euch ist bestimmt aufgefallen, dass im Radio die meisten Menschen englische
       Lieder singen. Durch Filme und Musik wurde Englisch immer beliebter. Heute
       ist es die Sprache des Internets. Auf Tiktok, Youtube und Instagram wird
       häufig nur Englisch gesprochen. Englisch hilft dabei, dass sich alle
       Menschen weltweit unterhalten können. Es ist ja auch toll, wenn jemand aus
       Amerika ein Lied singt und ihr das versteht, oder? Niko Kappel
       
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       18 Sep 2021
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Niko Kappel
       
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