# taz.de -- Coronaregeln für Schulen und Kitas: Streit über Quarantäneregel
       
       > Gesundheitssenatorin Kalayci (SPD) will weiter an der Quarantäne in Kitas
       > und Schulen festhalten. Die Amtsärzte sind dagegen.
       
 (IMG) Bild: Testfall Corona an Schulen: Wer muss in Quarantäne, wer nicht?
       
       Berlin taz Bei den Quarantäneregelungen für SchülerInnen geht
       Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) offenbar weiter auf
       Konfrontationskurs mit den AmtsärztInnen: Nach taz-Informationen will die
       Senatorin am Dienstag eine Vorlage in den Senat einbringen, die weiterhin
       eine mehrtägige Quarantänepflicht für SchülerInnen vorsieht, die bei einem
       Coronafall in der Schule Kontakt zu einer infizierten MitschülerIn hatten.
       Die AmtsärztInnen hingegen wollen [1][nur noch die infizierten Kinder
       selbst verpflichtend nach Hause schicken] statt auch alle Kontaktpersonen –
       um so möglichst viele Lerngruppen offen zu halten.
       
       Am Montagnachmittag hatten sich die Senatorin und die AmtsärztInnen
       eigentlich zusammengesetzt, um doch noch eine gemeinsame Position bei der
       Coronaquarantäne für Schulen und Kita-Gruppen zu finden – doch nach einer
       Einigung sah es nicht aus. „Wir haben unsere Position“, sagte Detlef Wagner
       (CDU), Gesundheitsstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf.
       
       Die AmtsärztInnen argumentierten dabei klar aus einer fachlichen Expertise
       heraus, betont Wagner: „Zum einen sind die vulnerablen Gruppen geimpft. Zum
       anderen ist inzwischen klar, dass die Kinder in der Regel nicht diejenigen
       sind, die mit schweren Verläufen im Krankenhaus landen und das
       Gesundheitssystem überlasten“, sagt Wagner. Es sei deshalb Zeit für eine
       „Systemumkehr“ im Umgang mit dem Virus.
       
       ## Kindeswohl gefährdet?
       
       Die am Freitag veröffentlichte neue Regelung hatte heftige Kritik von
       Elternverbänden und aus der Politik ausgelöst. Der Landeselternausschuss
       Kita sagte am Montag, die Gesundheitsämter träten das Kindeswohl „mit
       Füßen“, wenn sie auf eine „Durchseuchung der (noch) nicht impfbaren Kinder
       unter 12 Jahren“ zielten.
       
       Von den Linken hieß es: „Das ist eine wissentliche Gefährdung der
       Gesundheit von Kindern und der Beschäftigten“, so Fraktionschef Carsten
       Schatz und die bildungspolitische Sprecherin Regina Kittler in einer
       Stellungnahme. Auch [2][SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey] hatte die
       Entscheidung der AmtsärztInnen kritisiert, ebenso die Grünen-Landeschefin
       Nina Stahr.
       
       Der Berliner Vorsitzende der Gewerkschaft GEW, Tom Erdmann, sagte: „Berlin
       entfernt sich damit von den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und
       beschreitet einen Sonderweg.“ Allerdings halte man es für durchaus
       sinnvoll, über „verkürzte Quarantänezeiten oder tägliche Tests“ zu
       diskutieren.
       
       Ein Sprecher von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte am Montag,
       die fachliche Entscheidung sehe man bei der Gesundheitsbehörde. Man wünsche
       sich aber ein „einheitliches Vorgehen“. Dem Vernehmen nach soll es in der
       Senatsvorlage von Kalayci um eine fünftägige Quarantänepflicht für
       SchülerInnen gehen, wenn sie Kontaktperson sind. Bisher sind es 14 Tage.
       Wird die Vorlage am Dienstag beschlossen, würden sich die AmtsärztInnen dem
       „wider besseres Wissen beugen müssen“, so Stadtrat Wagner.
       
       30 Aug 2021
       
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