# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Sind Fische dümmer als Mäuse?
       
       > Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
       > beantworten wir eine davon. Diese Frage kommt von Gesine, 8 Jahre.
       
 (IMG) Bild: Auch Riffhaie können denken und lernen
       
       Auf den ersten Blick wirken Fische nicht besonders klug, schließlich ist
       ihr Gesicht recht starr und sie reden nicht. Mäuse sind da ganz anders,
       lebendiger. Doch das ist zu einfach gedacht, zumal es schwer ist,
       verschiedene Tiere zu vergleichen. Lass es uns trotzdem versuchen, liebe
       Gesine.
       
       Niklas Kästner schreibt für das [1][Online-Wissenschaftsmagazin
       ETHOlogisch] über Tiere. Seine Doktorarbeit im Fach Biologie hat er sogar
       über Mäuse gemacht, kennt sich auch sonst hervorragend aus. Daher weiß er
       auch, dass es etwa 40 Mäusearten gibt, aber über 30.000 bekannte
       Fischarten, vom Hai bis zum Clownfisch. Und jede einzelne ist ganz anders.
       
       Dass Fische dumm seien, sei Quatsch, sagt Kästner. Sie wurden lange total
       unterschätzt. Manche Fische können wahnsinnig schnell lernen und sich auch
       Verhalten von anderen Fischen abgucken. Die Putzerfische zum Beispiel
       putzen andere Fische, und wenn sie beobachtet werden, tun sie das mit noch
       mehr Eifer. Fische merken also viel mehr, als man so denkt. Deswegen würde
       es Kästner auch nicht wundern, „wenn es Fischarten gibt, die cleverer sind
       als Mäuse“.
       
       Das heißt nicht, dass Mäuse dumm sind. Sie können zum Beispiel das Fenster
       eines Lego-Hauses sehr schnell öffnen, wenn sich dahinter ein Mehlwurm
       befindet, und finden in einem Labyrinth schnell ihren Weg nach Hause.
       Außerdem ist jedes Tier anders. Es ist wie in der Schule: Manche Kinder
       sind total gut im Rechnen, andere besser in Deutsch. Einiges kann man mit
       Übung aufholen. Die „generelle Klugheit“ zu vergleichen ist auch deswegen
       schwierig, erklärt Niklas Kästner.
       
       Das gilt auch für verschiedene Arten. Wir Menschen sind besonders gut in
       den Sachen, die wir in unserem Alltag brauchen. Dafür sind Fische mit ihren
       Sinnen toll gerüstet für ihr Leben unter Wasser, und Mäuse finden sich mit
       ihrem Gehör super im Dunkeln zurecht. Jede Art hat sich angepasst. „Man
       darf daraus nicht schließen, dass die einen besser als die anderen sind“,
       sagt Kästner. Klugheit bringe nichts, wenn man sie nicht braucht.
       
       Eins steht fest: Ein Fisch könnte mit dem Gehirn von einer Maus gar nichts
       anfangen. Schließlich muss ein Fisch in seinem Leben ganz andere Sachen
       machen als eine Maus, die im Wasser nicht gut zurechtkommen würde. Jedes
       Tier ist auf seine ganz eigene Art und Weise toll, egal ob etwas dümmer
       oder besonders intelligent. Deswegen ist es auch wichtig, dass wir uns um
       alle gut kümmern.
       
       Hast du auch eine Frage? Schreib an kinderfragen@taz.de
       
       28 Aug 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://ethologisch.de/
       
       ## AUTOREN
       
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