# taz.de -- Arbeitskampf bei der Deutschen Bahn: Scheuer, übernehmen Sie!
       
       > Im Tarifstreit mit der GDL schafft es die Bahn nicht, der Gewerkschaft
       > eine Brücke zu bauen. Der Bund als Alleineigentümer muss eingreifen.
       
 (IMG) Bild: Ungelernte Arbeitskraft: Kann Scheuer die Weichen stellen?
       
       Jetzt muss Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ran: Die Manager des
       Bahnkonzerns und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben
       sich [1][im aktuellen Tarifkonflikt völlig verhakt]. Es wird Zeit, dass die
       Eigentümerin der Deutschen Bahn eingreift. Eine Streikwelle in diesem
       Herbst wäre fatal – wegen der wieder steigenden Corona-Ansteckungsgefahr
       und wegen der Fahrgäste, die dauerhaft fernbleiben könnten.
       
       Ja, in Deutschland gilt [2][Tarifautonomie]. Der Staat darf sich nicht in
       Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften einmischen. Aber
       hier ist die Lage keine gewöhnliche. Die Deutsche Bahn ist im Alleinbesitz
       des Staates, der aus guten Gründen viele Milliarden in den Konzern steckt.
       Denn die Bahn ist das Rückgrat einer klimafreundlichen Verkehrspolitik; ihr
       Zustand entscheidet mit darüber, ob Deutschland seine Klimaziele erreicht.
       
       Das Bahn-Management ist offenbar nicht dazu in der Lage, der GDL eine
       Brücke zu bauen, damit sie an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Der
       Vorstand braucht offenbar ein deutliches Signal. Und das sollte Scheuer
       senden, etwa indem er ihnen klarmacht, dass ein Tarifabschluss, wie ihn
       [3][sein CSU-Parteifreund Horst Seehofer für den öffentlichen Dienst
       ausgehandelt hat], keineswegs überzogen ist.
       
       So ein Signal würde es der GDL ermöglichen, ohne Gesichtsverlust Gespräche
       aufzunehmen. Das Argument, Aktionäre würden nicht in Tarifverhandlungen
       ihrer Unternehmen eingreifen, zieht nicht. Wenn Großaktionäre unzufrieden
       sind mit dem Kurs ihren Vorstände, tauschen sie sie kurzerhand aus. Das
       wäre angesichts der desolaten Lage bei der Bahn auch nicht die schlechteste
       Idee.
       
       Sicher geht es der GDL nicht nur um Lohnerhöhungen. Sie will auch
       Mitglieder gewinnen, möglicherweise sieht sie sich in einem Existenzkampf.
       Aber das hat die Politik verschuldet, indem die Große Koalition das
       Tarifeinheitsgesetz durchs Parlament gepeitscht hat. Jetzt sollte sie nicht
       über die Folgen jammern.
       
       24 Aug 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Zweiter-Streik-bei-der-Deutschen-Bahn/!5791157
 (DIR) [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Tarifautonomie
 (DIR) [3] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/tarifeinigung-oeffentlicher-dienst-111.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
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